Verkehrsgerichtstag 2026
Handynutzung am Steuer entschieden entgegentreten!
Während der Fahrt aufs Handy oder andere Bildschirme zu schauen, lenkt ab und erhöht die Gefahr schwerer Unfälle – das ist wissenschaftlich unumstritten. Die bisherigen Regelungen gehen dem Verkehrssicherheitsexperten Harald Walsberg vom VCD deshalb nicht weit genug: „100 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg, wenn man mit Handy am Steuer erwischt wird – das schreckt niemanden ab. Der Gefahr angemessener wären 500 Euro und zwei Punkte mindestens.“
Auch die Aufklärung des Vergehens müsse verbessert werden, sagt Walsberg und verweist auf die hohe Dunkelziffer: „In aller Regel kommt man heute damit durch, wenn man am Steuer seinen Instagram-Status checkt oder Textnachrichten beantwortet.“ Dabei sei so ein Verhalten nicht weniger gefährlich als das Rasen – es werde nur seltener geahndet. „Der VCD spricht sich deshalb für den bundesweiten Einsatz von Handy-Blitzern aus. Das ist nötig, um den Verkehr sicherer zu machen.“
Mit einer Durchsetzung des Handyverbots ist das Problem aus Walsbergs Sicht aber nicht gelöst. Problematisch sei auch die Fahrzeugtechnik selbst: „Wo früher ein Tastendruck ausreichte, um das Radio einzuschalten oder per Schieberegler die Heizung leicht angepasst werden konnte, muss man sich heute oft durch Touchscreen-Menüs klicken. Das lenkt kaum weniger ab als das Handy. Hier muss der Gesetzgeber der Industrie klarere Vorgaben machen – zurück zur mechanischen Taste und zum Schieberegler für mehr Sicherheit!“

vcd.org