Internationale Tourismusbörse ITB startet in Berlin

VCD: Klimakiller fliegen weiter zu Billigpreisen

Zum morgigen Beginn der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin warnt der Verkehrsclub Deutschland (VCD) vor den drastischen Klimaschäden, die durch das Fliegen verursacht werden. Trotz der Rückgänge im Flugtoursimus im vergangenen Jahr, die durch die Terroranschläge vom 11. September bedingt seien, gebe es keinen Anlass zur Entwarnung. Allein in Deutschland habe die Gesamtzahl der Passagiere von 40 Millionen im Jahr 1990 auf 70 Millionen im Jahr 2001 zugenommen. Den größten Anteil davon stellten die Urlauber. „Damit tragen die Flugreisenden ganz wesentlich zur Klimaveränderung bei“, konstatiert VCD-Vorstandsmitglied Michael Gehrmann. Flugzeuge stoßen ihre Abgase in Höhen von 10.000 bis 12.000 Metern aus. Abgase wirken dort etwa dreimal so klimaschädlich wie am Erdboden. Der Flugverkehr verschärfe den Treibhauseffekt damit in besonderem Maße.

Michael Gehrmann: "Immer mehr Flugangebote zu Billigpreisen kommen auf den Markt. Doch die Folgekosten für die Umwelt bleiben weiter außen vor. Mit der umweltfeindlichen Subventionierung des Flugverkehrs durch fehlende Kerosin- und Mehrwertsteuer muss endlich Schluss sein.“ Hier bestehe dringender Handlungsbedarf für die Politik. Die Bundesregierung müsse den Druck auf die EU verstärken, damit zumindest auf europäischer Ebene angemessene Abgaben für den Flugverkehr eingeführt und so bestehende Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Verkehrsmitteln abgebaut würden.

Nach Ansicht des VCD stehen auch die Tourismusanbieter, die sich auf der ITB präsentieren, in der Pflicht. Sie sollten ihre Angebote selbstkritisch auf Umweltfreundlichkeit hin überprüfen und mehr regionale Urlaubsziele ins Programm aufnehmen. Würden statt der Billigflieger mehr Bahn- und Busreisen gebucht, könnte sich die Klimabilanz im Tourismussektor deutlich verbessern. Nicht zuletzt seien auch die Reisenden selbst gefragt.

Michaela Mohrhardt, VCD-Verkehrsreferentin: "Rund ein Drittel aller Urlaubsreisenden nutzen das Flugzeug, aber nur etwa sieben Prozent die Bahn. Wir brauchen jede Menge Umsteiger, um den Klimaschutz voranzubringen. Denn mit der Wahl des umweltfreundlicheren Verkehrsmittels kann jeder Einzelne seine persönliche Klimabilanz erheblich verbessern.“

Da im Durchschnitt etwa 90 Prozent der Energie einer Urlaubsreise allein mit An- und Abreise verbraucht würden, sei das gewählte Verkehrsmittel entscheidend. Um den Urlaubern das Umsteigen zu erleichtern, informiert der VCD mit Informationsbroschüren wie "Zügig durch Europa" über Reisemöglichkeiten der sanften Art.

Rückfragen:
Daniel Kluge, VCD-Pressesprecher
(030) 280 47 11 - 2
(030) 280 47 11 - 7

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