Lärm: Die unterschätzte Gefahr
Deutsche Gesellschaft für Akustik e.V. (DEGA): 10 Jahre Tag gegen Lärm - die Statistik hat sich kaum verändert. Der Straßenverkehr bleibt die Lärmquelle Nummer 1: Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung fühlen sich beeinträchtigt oder belästigt. 16 % der Deutschen sind Schallpegeln über 65 dB(A) ausgesetzt. Ab 65 dB(A) steigt das Herzinfarktrisiko um 20 %. Ansteigendes Verkehrsaufkommen wiegt die erfolgreichen Lärmminderungen an der Quelle wieder auf. Selbst da, wo die Straße leiser wirkt, erschüttern tieffrequente Geräusche die Lebensräume. Laut ist nicht gleich laut. Viele Kinder schlafen schlecht! Nachweislich führt Schallbelastung bei Kindern zu Konzentrationsstörungen und Leistungsminderungen. Der Weg zur Schule ist häufig Sammelstelle für akustische Verschmutzung. In den Schulen ist die Akustik katastrophal. Weniger Lärm - mehr klügere Kinder! > siehe auch <link http: www.tag-gegen-laerm.de>www.tag-gegen-laerm.de
Baustellen machen Lärm, und der kann krank machen. Über die Hälfte aller Fälle anerkannter Berufskrankheiten in der Bauwirtschaft beruhten im Jahr 2005 auf Hörschäden. Im gleichen Jahr zahlte die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) 20 Millionen Euro an fast 7.000 Lärmgeschädigte. Doch nicht jeder Lärm muss sein. Schutzmaßnahmen sind möglich: Z.B. durch Verwendung lärmarmer Maschinen und Werkzeuge, wie lärmgeminderte Sägeblätter und Druckluftgeräte. Auch eine räumliche Trennung und Kennzeichnung von Lärmbereichen sind geboten. Zudem müssen die Beschäftigten bei einem Lärmpegel über 80 dB(A) Gehörschutz tragen. Das wird noch zu wenig beachtet. Freizeit soll Ausgleich und Entspannung bringen. Doch gerade Jugendliche setzen sich in der Freizeit zu lauter Musik aus: 25 Prozent aller Jugendlichen haben erste Anzeichen einer Lärmerkrankung. Langfristig ist es nicht nur für die Betroffenen besser, sondern auch für die Unternehmen wirtschaftlich vernünftig, auf wirksamen Lärmschutz zu achten. > siehe auch <link http: www.bgbau.de>www.bgbau.de
Um die gesundheitlichen Gefahren durch zu laute Musik in Discotheken zu reduzieren, hat der Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe e.V. (BDT im DEHOGA-Bundesverband) im Herbst 2005 mit Unterstützung des Sozialministeriums Baden-Württemberg den sog. „DJ-Führerschein“ eingeführt. Da es keine berufliche Ausbildung zum DJ gibt, fehlen vielen DJs die elementaren Kenntnisse über die gesundheitlichen Wirkungen lauter Musik. Mit dem „DJ-Führerschein“ (eine Fortbildungsveranstaltung mit schriftlicher Prüfung) werden die notwendigen gesundheitlichen, akustischen und haftungsrechtlichen Inhalte vermittelt. DJs sollen zukünftig verantwortungsvoller mit der Musiklautstärke umgehen. Das Interesse ist sehr groß. In bisher 16 Seminaren, die bundesweit mit verschiedenen Ministerien, der TK und dem Berufsverband der DJs durchgeführt wurden, konnten bereits über 1.700 DJs mit dem „DJ-Führerschein“ ausgezeichnet werden. > siehe auch <link http: www.discothekenverband.de>www.discothekenverband.de sowie <link http: www.djfuehrerschein.com>www.djfuehrerschein.com
Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) verwies auf die Lärmbelästigung durch den Schienenverkehr. Davon seien in Deutschland rund 16 Millionen Menschen betroffen. Hauptursache des Schienenlärms sei die veraltete Technik von rund 95 Prozent der Güterzüge bei gleichzeitig starker Zunahme des Güterverkehrs. Würden die Fahrzeuge auf den neuesten Stand der Technik gebracht, könnte der Lärm auf ein Viertel gesenkt werden. Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender: „Angesichts des Klimawandels ist es unabdingbar, dass mehr Güter von der Straße auf die umweltfreundlichere Schiene verlagert werden. Umso dringender sind Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee und die Eisenbahnunternehmen gefordert, Maßnahmen gegen die Gesundheitsbelastung durch Schienenlärm zu ergreifen. Der Bund muss lärmabhängige Trassenpreise einführen und die Unternehmen müssen in deutlich leisere Fahrzeuge investieren.“ > Pressekontakt: <link>frauke.spottka@vcd.org, Tel. 030 / 28035134
Laute Meere - Lärm gefährdet nicht nur die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen, sondern auch der Meeresbewohner. So wie wir Menschen in einer Welt leben, die von optischen Eindrücken dominiert ist, leben Wale und Delfine in einem Lebensraum, in dem der Gehörsinn entscheidend ist. „Die Wirkung von Lärm reicht von einer kurzfristigen Störung bis hin zum direkten Tod der Tiere“, erklärt der Meeresbiologe Dr. Karsten Brensing von der internationalen Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS. Erst vor wenigen Tagen hat Deutschland die Suche nach Erdgas in einem Schutzgebiet in der deutschen Nordsee genehmigt. Diese Genehmigung wurde gegen die Bedenken der zuständigen Naturschutzbehörde erteilt und gefährdet besonders die hochgradig trächtigen Schweinswalkühe. Die WDCS hat daraufhin den Verstoß gegen europäisches Umweltrecht nach Brüssel gemeldet und erwartet nun, dass sich Deutschland vor dem europäischen Gerichtshof verantworten muss. > siehe auch <link http: www.wale.org>www.wale.org, Pressekontakt: <link>karsten.brensing@wdcs.org, Tel. 0176 / 22675679
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