Mehr Geld allein reicht nicht

Neues Förderprogramm der Bundesregierung wird Nachfrage der E-Autos nicht entscheidend erhöhen

Die Verkaufszahlen von E-Autos stagnieren und damit ist das Ziel von einer Millionen E-Autos in 2020 weit entfernt. Nun soll es ein erneutes milliardenschweres Förderprogramm richten. Der ökologische Verkehrsclub VCD zweifelt an dem Erfolg der heute bekannt gewordenen Förderungspläne.

„Allein über Abschreibungsmöglichkeiten für E-Autos steigen die Nutzervorteile nicht so stark an, dass der Kauf von E-Autos auch tatsächlich interessant wird. Parallel dazu müssten die Steuerprivilegien für herkömmliche Pkw abgesenkt werden. Das heißt, wer E-Autos fördern will darf gleichzeitig nicht konventionelle Antriebe stützen“, so Michael Müller-Görnert, Referent für Verkehrspolitik beim VCD.

Insbesondere der Umbau der Kfz-, Energie- und Dienstwagensteuer würde aus Sicht des VCD einen positiven Effekt auch für effiziente E-Autos bringen. Grundlage ist die konsequente Ausrichtung am CO2-Ausstoß.

Bei der Kfz- und Dienstwagenbesteuerung kann über eine Spreizung der Steuersätze ein Bonus für Fahrzeuge mit einem sehr geringen CO2-Wert gewährt werden. Im Gegenzug muss der Steuersatz für hochemittente Pkw steigen.

Bei der Energiesteuer wiederum, die auf Kraftstoffe erhoben wird, sorgt die Ausrichtung nach den CO2 Emissionen sowie dem Energiegehalt für den Abbau der Steuerprivilegien für Diesel-Pkw. Diese ist aus Umweltsicht nicht gerechtfertigt und hat zum Dieselboom beigetragen.

Ungeachtet aller Bemühungen das E-Auto voranzubringen darf darüber hinaus nicht vergessen werden, dass das E-Auto nur ein Baustein zur Erreichung der Klimaziele darstellt.

Der Appell der Koalitionspolitiker an Finanzminister Schäuble darf nicht allein aus rein industriepolitischen Motiven erfolgen. Andreas Hagenkötter, Mitglied im VCD-Bundesvorstand: „Es ist falsch, allein dem Millionenziel hinterher zu laufen. Die alleinige Fokussierung auf Elektroautos wird den Verkehr insgesamt nicht nachhaltig verändern.“

 

Für Rückfragen: Anja Smetanin, VCD-Pressesprecherin • Fon 030/280351-12 • presse@vcd.org

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