Mehr Unfalltote mahnen zu Tempolimit auf Autobahnen und Tempo 30 innerorts

Unfallzahlen 2014 setzen Politik unter Druck, endlich zu handeln

Die Zahl der Unfälle in Deutschland ist laut Statistischem Bundesamt 2014 um 0,3 Prozent zurückgegangen. Doch das ist kein Grund zur Freude – ganz im Gegenteil. Denn während die Unfälle mit ausschließlich Sachschaden weniger wurden, nahmen die Unfälle, bei denen Menschen zu Schaden kamen, um 3,9 Prozent auf 302.400 zu. Dabei kamen 3.377 Menschen auf deutschen Straßen ums Leben – fast zehn Personen am Tag und insgesamt 38 mehr als 2013. Und das Statistische Bundesamt stellt klar: Die Unfälle, die durch nichtangepasste Geschwindigkeit verursacht wurden, hatten die schwerwiegendsten Folgen. Auf sie waren 34,3 Prozent aller Todesopfer und 23,4 Prozent aller Schwerverletzten zurückzuführen.

Für den ökologischen Verkehrsclub VCD folgt daraus, dass die Politik nun endlich handeln und das Thema Tempolimit aus der Tabuzone holen muss. „Der verkehrspolitische Leitgedanke muss dem Ziel »Vision Zero – Null Verkehrstote« folgen. Dafür brauchen wir in erster Linie Tempolimits, die Leben retten“, so Matthias Kurzeck, Mitglied des VCD-Bundesvorstandes. „Sowohl außerorts, als auch in Städten und Gemeinden ist eine menschengerechte Geschwindigkeit Lebensretter Nummer eins im Straßenverkehr.“

Innerorts bedeutet die Reduzierung der Basisgeschwindigkeit von 50 auf 30 Stundenkilometer eine deutliche Steigerung der Verkehrssicherheit. Der Anhalteweg von Pkw reduziert sich um mehr als die Hälfte bei Tempo 30. Das heißt ein Auto, das bei Tempo 50 nach 13 Metern noch ungebremst auf eine Person trifft, käme bei Tempo 30 schon zum Stehen. Und kommt es doch zu einem Unfall, erhöht sich die Überlebenschance für einen angefahrenen Fußgänger unter 20 Prozent auf über 90 Prozent. Tempo 50 wäre dann nur dort erlaubt, wo es die Verkehrssicherheit für alle – auch für Kinder, Zufußgehende und Radfahrende – zulässt. Hierfür muss die Bundesregierung allein die Straßenverkehrsordnung ändern. Eine wirksame und dabei kostengünstige Lösung für deutlich mehr Sicherheit im Verkehr.

Auch auf Autobahnen gibt es eine einfache Lösung: Eine Maximalgeschwindigkeit von 120 Stundenkilometern auf Autobahnen. Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher beim VCD, betont: „Deutschland ist bis heute das einzige Land in Europa und das einzige Industrieland weltweit, das kein generelles Tempolimit auf Autobahnen kennt. Dabei würde ein Tempolimit von 120 Stundenkilometer Unfälle vermeiden helfen, und nebenbei den Ausstoß des Treibhausgases CO2 um mindestens drei Millionen Tonnen pro Jahr reduzieren und so auch zu einer Einsparung von über einer Milliarde Liter Sprit führen, mit entsprechenden Kostenentlastungen für die Verbraucher.“

 

Für Rückfragen: Anja Smetanin, VCD-Pressesprecherin • Fon 030/280351-12 • <link _blank>presse@vcd.org

zurück