Meldestelle für Benzinpreise in Echtzeit bringt Transparenz
Mit dem Ziel den Preiswettbewerb unter den Tankstellen anzuheizen und die Transparenz im Markt zu erhöhen, ist die von der Bundesregierung initiierte sogenannte Markttransparenzstelle für Kraftstoffe gestartet. Autofahrerinnen und Autofahrern liefert sie zunächst die Information über Tankstellenpreise in Echtzeit. Das spekulative Ansteigen der Benzinpreise zu Ferienbeginn und an langen Wochenenden kann die staatliche Maßnahme allerdings nicht verhindern.
Michael Müller-Görnert, Referent für Verkehrspolitik beim ökologischen Verkehrsclub VCD: „Per Internet und Handy-App haben Verbraucher nun einen schnellen Überblick, an welcher Tankstelle der Sprit am billigsten ist. Der Spareffekt ist allerdings sehr begrenzt. Da der Tank selten ganz leer ist, können bei einem durchschnittlichen Preisvorteil von fünf Cent pro Liter nicht mehr als zwei Euro pro Tankfüllung gespart werden. Kommt ein längerer Anfahrtsweg hinzu, ist die Ersparnis schnell wieder verfahren, ganz abgesehen vom Zeitaufwand für die Suche und Fahrt zur Tankstelle.“
Der ökologische Verkehrsclub VCD empfiehlt Autofahrern, zusätzlich die klassischen Spritspartipps zu beachten, mit denen der Verbrauch eines Autos um durchschnittlich zehn Prozent gesenkt werden kann.
Dazu gehören:
○ Unnötigen Ballast entfernen
○ Vorausschauend fahren
○ Frühzeitig hochschalten und zügig beschleunigen
○ Niedrigtourig fahren
○ Regelmäßig Reifendruck prüfen
○ Stromfresser wie Klimaanlage und Heckscheibenheizung nur bei Bedarf einschalten
Auch beim Autokauf gilt: auf den Verbrauch achten. Das Sparen beginnt schon bei der Auswahl des Wagens. Oft ist die effizientere Modellvariante auch in der Anschaffung günstiger. Als Auswahlhilfe bietet sich die VCD Auto-Umweltliste an. Jährlich werden über 400 Autos einem Umweltcheck unterzogen. Dabei entscheiden Verbrauch, Lärm und Schadstoffausstoß über das Ranking.
Doch auch vom politischen Entscheidungswillen zu Verbrauchsgrenzwerten hängt wesentlich ab, ob der Spritverbrauch von Fahrzeugen weiter gesenkt werden kann. Michael Müller-Görnert: „Die Bundesregierung feiert die Benzinpreistransparenzstelle als besonderen Erfolg zugunsten der Verbraucher, gleichzeitig blockiert sie weiterhin die neuen Verbrauchsvorgaben für 2020, mit denen der Spritverbrauch auf weniger als vier Liter pro 100 Kilometer gesenkt werden könnte. Das passt nicht zusammen.“
Der ökologische Verkehrsclub VCD fordert von der Bundesregierung die Blockade gegen ambitionierte CO2-Grenzwerte schnellstmöglich zu beenden, im Interesse der Umwelt und der Verbraucher.
vcd.org