Neue Untersuchung zeigt: Autobahnen in Österreich sicherer als in Deutschland. VCD fordert Tempolimit für Autobahnen.

Über 50 Prozent mehr Unfälle pro Autobahnkilometer auf Autobahnen in Deutschland als in Österreich. Im Durchschnitt der letzten Jahre ein Drittel mehr Verkehrstote. Zahl der Unfalltoten auf deutschen Autobahnen 2017 höher als 2016. Zahl der Verletzten steigt seit Jahren stark.

Berlin, 30. Juli 2018. Heute veröffentlichte der VCÖ, der österreichische Schwesterclub des ökologischen Verkehrsclub VCD, eine Analyse zum Unfallgeschehen auf den Autobahnen in Österreich und Deutschland. Hintergrund ist der Plan von den an der Regierung beteiligten Rechtspopulisten, das Tempolimit auf Autobahnen von 130 km/h auf 140 km/h heraufzusetzen.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Es wirft ein schlechtes Licht auf die Sicherheit im Verkehr in Deutschland, wenn die erschreckend hohe Zahl von Verkehrsunfällen auf deutschen Straßen unserem Nachbarland als Negativbeispiel dient. Tausende von Verkehrsopfern, die jährlich in Deutschland zu bedauern sind, zeigen, wie unsinnig es ist, das bewährte Tempolimit auf Österreichs Straßen aufzuweichen. Deutschland ist das einzige Land in der EU ohne Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen. Die Bundesregierung darf nicht hinnehmen, dass das Unfallrisiko auf Autobahnen in Deutschland um ganze 50 Prozent höher ist als im benachbarten Österreich. Sie sollte ein Tempolimit von 120 km/h einführen.“

In Deutschland gilt auf etwa 70 Prozent der Autobahnen kein Tempolimit. In Österreich darf maximal 130 km/h schnell gefahren werden. Die VCÖ-Analyse zeigt, dass das Unfallrisiko auf Österreichs Autobahnen niedriger als in Deutschland ist. Im Vorjahr kam es pro 1000 Autobahnkilometer in Österreich zu 1065 Verkehrsunfällen, in Deutschland waren es mit 1610 um 51 Prozent mehr. Die Zahl der Verletzten betrug in Deutschland 2597 pro 1000 Autobahnkilometer und war damit um 65 Prozent höher als in Österreich. Die Zahl der Verkehrstoten auf Deutschlands Autobahnen pro 1000 Autobahnkilometer war um ein Viertel höher, im Schnitt der vergangenen drei Jahre, sogar um ein Drittel höher, so das Ergebnis der VCÖ-Analyse. Die aktuelle VCÖ-Analyse wurde auf Basis von Daten des Deutschen Statistischen Bundesamts und der Statistik Austria zusammengestellt.

Nicht nur der Blick nach Österreich verlangt dringend nach der Einführung eines Tempolimits. Die Zahl der auf Autobahnen Getöteten in Deutschland sinkt in diesem Jahrzehnt kaum noch. 2017 stieg sie im Vergleich zum Vorjahr sogar von 393 auf 409. Die Zahl der Verletzten stieg beunruhigend stark von 23949 im Jahr 2010 auf 27718 im letzen Jahr.

Lottsiepen: „Die Autoindustrie und Bundesverkehrsminister Scheuer müssen endlich ihren ideologischen Kampf gegen ein Tempolimit aufgeben. Ein Tempolimit rettet Leben und trägt zusätzlich auch zum Klimaschutz bei. Ein Tempolimit von 120 km/h würde drei Millionen Tonnen des Treibhausgases CO2 einsparen. Das bringt kostenlos mehr als jede andere Einzelmaßnahme zum Klimaschutz und entspricht dem Ausstoß sämtlicher Busse in Deutschland.“

Mehr Infos:

Pressemitteilung des VCÖ

Hintergrundpapier zu Verkehrssicherheit des VCD

Pressekontakt:
Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD • Telefon 030/280351-11 • gerd.lottsiepen@vcd.org bzw. Lisa Feitsch, VCD-Pressevolontärin • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter:@VCDeV 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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