Niedriger Spritpreis ist ein Kurzzeitphänomen – beim Autokauf weiterhin auf Effizienz achten

Langfristig nutzen Verbrauchern und dem Klima nur energiesparende Fahrzeuge

Neben der Freude vieler Autofahrer und Autofahrerinnen an den gegenwärtig niedrigen Spritpreisen stellt sich die Frage nach den Folgen. Wird jetzt getankt was das Zeug hält und viel mehr Auto gefahren? Was geschieht wenn die Preise wieder steigen?

Der ökologische Verkehrsclub VCD warnt davor, sich von den günstigen Preisen blenden zu lassen.  Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Der Ölpreis steigt seit vielen Jahren in einer Zick-Zack-Kurve nach oben und wird stark durch Spekulationen an den internationalen Märkten bestimmt. Eine etwas niedrigere Nachfrage als prognostiziert und ein Überangebot an Öl durch Fracking haben zum aktuellen Preisverfall geführt. Doch der Preis wird wieder steigen, denn die erdölproduzierenden Länder brauchen höhere Ölpreise für ihre Staatshaushalte.“

Bei der Entscheidung für den Kauf eines Autos, sollte der niedrige Ölpreis daher nicht dazu führen, dass die Effizienz aus dem Auge gelassen wird. Ansonsten droht das böse Erwachen in wenigen Jahren an der Tankstelle. Und auch die Autohersteller sollten bei den Bemühungen um effiziente Fahrzeuge nicht nachlassen. Der Klimaschutz braucht dringend die Minderung der CO2-Emissionen. Treibende Kraft für die Entwicklung von Spritspartechnik und von Alternativen wie Elektroautos beziehungsweise strombasierten Kraftstoffen war und ist der Klimaschutz und nicht der Ölpreis.

Pkw sind in Deutschland immer noch für mehr als die Hälfte der verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen verantwortlich. „Das liegt auch am Mangel der Politik, die bis heute zu wenig konkrete Klimaschutzmaßnahmen für den Verkehr beschlossen hat“, kritisiert Michael Ziesak, VCD-Bundesvorsitzender. „Die Politik muss endlich zielgerichtet handeln. Wir brauchen mehr Anreize, um den Absatz und die Produktion von energiesparenden Fahrzeugen anzukurbeln. Im kürzlich verabschiedeten Klimaschutzprogramm der Bundesregierung verpflichtet sich die Bundesregierung zwar, die CO2-Emissionen im Verkehrsbereich um sieben bis zehn Millionen Tonnen zu senken, verzichtet aber auf konkrete Maßnahmen zur Verringerung des Kraftstoffverbrauchs“.

Mehr Klimaschutz ist nur möglich, wenn Autos weniger verbrauchen und sich Verbraucher bewusst sind, dass nicht jede Strecke ein Auto benötigt – erst recht nicht einen Spritfresser. An die Verbraucher appelliert der ökologische Verkehrsclub VCD daher: Trotz niedriger Spritpreise, so wenig Auto wie möglich, nur so viel wie nötig.

Für Rückfragen: Anja Smetanin, VCD-Pressesprecherin • Fon 030/280351-12 • <link>presse@vcd.org

zurück