Öffentlicher Nahverkehr: Einfach muss es sein

VCD startet Untersuchung von Zugangshindernissen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in vier deutschen Städten und zwei Landkreisen

Elf Milliarden Fahrten in S- und U-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen im Jahr 2014, eine Zahl die sich sehen lassen kann. Wer jedoch die Wahl hat, zieht häufig das Auto vor. Ausschlaggebend sind nicht allein Preis und passendes Fahrplanangebot. Bei der Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) stehen viele Menschen noch immer vor Herausforderungen.

Mit dem Ziel, die Zugangshindernisse abzubauen, untersucht der ökologische Verkehrsclub VCD in sechs deutschen Musterregionen die Nutzbarkeit des ÖPNV. Im Fokus stehen bei den Tests in den kommenden Monaten weiche Faktoren, wie unübersichtliche Angaben zu Ticketpreisen und Tarifbedingungen, fehlende Informationen an Haltestellen und in Fahrzeugen oder auch die schwierige Nutzung des Nahverkehrs für mobilitätseingeschränkte Menschen. Unnötige Hindernisse, die die Nutzung von Bussen und Bahnen erschweren, sollen aufgedeckt und Maßnahmen abgeleitet werden, damit noch mehr Menschen für den Nahverkehr gewonnen werden können.

Der Auftakt für das VCD-Projekt »Einfach einsteigen - Zugänglichkeitscheck des ÖPNV«fand jetzt in Hannover statt. Am 20. und 21. Februar wurden vor Ort Haltestellen, Fahrzeuge und Verkaufsstellen, aber auch der Internetauftritt und die Smartphone-App des Verkehrsverbundes sowie die Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln geprüft.

Gregor Kolbe, VCD-Projektleiter von »Einfach einsteigen - Zugänglichkeitscheck des ÖPNV«: „Ein gutes ÖPNV-Angebot ist wichtig, reicht allein aber nicht aus. Über Nutzung oder Nichtnutzung des ÖPNV entscheiden auch weiche Faktoren. Mit unseren Untersuchungen möchten wir Verbesserungs-potentiale identifizieren, diese den Nahverkehrsunternehmen und Kommunen spiegeln und so dazu beitragen, dass der ÖPNV insgesamt leichter nutzbar und attraktiver für die Menschen wird.“

Weitere Tests folgen in den Städten Köln, Bamberg und Lutherstadt Wittenberg sowie in den Landkreisen Meißen in Sachsen und Vogelsberg in Hessen. Damit die Ergebnisse der verschiedenen Regionen vergleichbar sind, wird nach einem standardisierten Verfahren geprüft.

Darüber hinaus können sich Interessierte ab sofort an einer bundesweiten Online-Umfrage zur Benutzerfreundlichkeit des ÖPNV beteiligen und ihren ÖPNV vor Ort unter <link oepnv-check.html>www.vcd.org/oepnv-check.html bewerten. Hinweise zu innovativen Lösungen aus anderen Städten sollen so zum Best-Practice-Transfer beitragen. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden im Herbst dieses Jahres veröffentlicht.

Das VCD-Projekt „Einfach einsteigen – Zugänglichkeitscheck des ÖPNV“ wird vom Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt gefördert.


Für Rückfragen und Interviewwünsche:

Anja Smetanin, VCD-Pressesprecherin • Fon 030/280351-12 • <link>presse@vcd.org

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