Ozonkampagne der Bundesregierung ersetzt kein wirksames Handeln gegen Sommersmog

BUND und VCD fordern Ozongesetz

Ein wirksames Handeln der Bundesregierung zum Schutz von Mensch und Umwelt vor hohen Ozonbelastungen forderten heute der Bund für Umweltschutz und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Berlin. Die heute von Bundesverkehrsministerium, Bundeskanzleramt, Deutscher Bahn und dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen vorgestellte Ozonkampagne habe zwar eine nette Imagewirkung für das Umsteigen auf umweltfreundliche Verkehrsmittel. Sie ersetze aber kein wirksames Handeln gegen den Sommersmog.

„Die Ozonkampagne soll das Versagen der rot-grünen Bundesregierung kaschieren, ein wirksames Gesetz zum Schutz gegen Sommersmog auf den Weg zu bringen“, so BUND-Bundesgeschäftsführer Dr. Gerhard Timm. „Die Bundesregierung hat es nicht einmal geschafft, das im letzten Jahr angekündigte Ozonticket als echten Anreiz zum Umsteigen auf den Öffentlichen Verkehr einzuführen.“

Der VCD kritisierte, dass die Bundesregierung bei der Ozon-Problematik voll das Prinzip "Aussitzen" verfolgt und auf die im Koalitionsvertrag angekündigte Neufassung des Ozongesetzes verzichtet. „Bis 1999 hatten wir ein Ozongesetz, das wenig taugte und zu spät griff. Heute ist es noch schlimmer: Es stehen überhaupt keine schnell wirksamen Maßnahmen zur Verfügung,“ sagte Gerd Lottsiepen der verkehrspolitische Sprecher des VCD. Die Regierung handle nach dem Prinzip: "Kinder in die Garage, damit Autos draußen spielen können."

Als Eckpunkte für ein wirksames Ozongesetz fordern BUND und VCD:

 Ab 120 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft: Warnung der Bevölkerung mit der Bitte freiwillig ihr Auto stehen zu lassen und auf Fahrrad oder Öffentlichen Verkehr umzusteigen. Gleichzeitig bei stabiler Hochdrucklage Tempolimits von 90/60 km/h (Pkw/Lkw)

 

 Ab 180 Mikrogramm und stabiler Hochdrucklage: Am Folgetag Fahrverbote für Autos ohne Katalysator - Aufhebung der Ausnahmeregelung für Urlauber und Pendler.

 

 Großflächige Unterteilung der Messgebiete in eine Nord- und Südhälfte. Ozonalarm, wenn an über 10 Prozent der Messstellen die Auslösewerte überschritten werden.

Der Wert von 180 Mikrogramm Ozon wurde nach Angaben des Umweltbundesamtes im Jahr 2000 in 600 Fällen, verteilt auf 24 Tage und 1588 Stunden, überschritten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) sprechen bereits ab 120 Mikrogramm von Gesundheitsgefahren durch das Atemgift Ozon für Kinder und empfindliche Personen.

Hohe Ozonwerte entstehen vorwiegend aus Autoabgasen bei ausgiebigem Sonnenschein. Es sei schon fatal, dass die Regierung - entgegen den Wünschen der Bevölkerungsmehrheit - auf schlechtes Wetter hoffen müsse, bedauerten VCD und BUND.

Rückfragen:
Gerd Lottsiepen, VCD
(030) 280 47 11 - 1
(030) 280 47 11 - 7

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