PARK(ing) Day: VCD fordert mehr Fahrradabstellplätze statt (neue) Autoparkplätze

Umgestaltungs-Aktion am 18. September in Berlin-Charlottenburg

Wie in vielen deutschen Städten beansprucht der Autoverkehr in Berlin den Großteil der Fläche, die für alle Verkehrsmittel zur Verfügung steht. In der Hauptstadt sind es 58 Prozent. Allein für Parkplätze sind 19 Prozent Straßenfläche reserviert, damit der private Pkw ungenutzt vor der Tür stehen kann.

Sabine Stanelle, Leiterin des VCD-Projektes »Mehr Platz fürs Rad!«: „Die Flächenaufteilung, so wie sie jetzt ist, ist nicht mehr gerecht und ebenso nicht nachhaltig. Es ist dringend notwendig, dass der bislang für die Autos reservierte öffentliche Raum für alternative Flächennutzungen geöffnet und vor allem mehr Platz für den wachsenden Radverkehr geschaffen wird.“

Wie viele Möglichkeiten in dem Raum eines Parkplatzes stecken, darauf macht der ökologische Verkehrsclub VCD am internationalen Park(ing) Day in Berlin aufmerksam. In der Uhlandstraße zwischen Kurfüstendamm und Kantstraße, wird am 18. September 2015, um 11.00 Uhr, mit einem Bodentransparent in Form und Größe eines »Parkplatzes« demonstriert, wie viele Radabstellplätze in einen Autoparkplatz passen und wie die Umwandlung von öffentlichen Straßenraum gelingen kann.

Denn Fakt ist, an vielen Stellen in Berlin fehlen immer noch leicht zugängliche und sichere Radabstellanlagen. Vor allem in kleinen Geschäftsstraßen ist auf den Fußgängerwegen oft kein Platz. Räder werden mangels Fahrradständern an Laternen und Schildern abgestellt. Würde hingegen nur ein Autoparkplatz in Radparkplätze umgewandelt, könnten darin vier Lastenräder oder zehn Fahrräder Platz finden.

Mit der Radverkehrsstrategie für Berlin 2013 wurden die Bezirke aufgefordert, eigene Pläne für eine Erweiterung des Fahrradparkangebots zu entwickeln. Explizit genannt wird die Schaffung von Abstellmöglichkeiten im öffentlichen Straßen­raum, durch Umnutzung von bisherigen Kfz-Stellplät­zen. Denn wichtig ist, dass Radfahrende möglichst nahe an Start und Ziel ihrer Fahrt parken können.

„Erste Stellplätze sind vor allem im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg entstanden. Insgesamt jedoch wird diese relativ einfach umsetzbare Möglichkeit viel zu wenig genutzt“, so Sabine Stanelle. Gute Radabstellanlagen seien eine Anerkennung der Radfahrer und Radfahrerinnen als gleichwertige Verkehrsteilnehmer und dadurch eine wichtige Maßnahme zur Förderung des Radverkehrs. Dass mehrere Berliner Bezirke dafür bereit gestellte Gelder nicht einmal vollständig abgerufen haben, sei somit eine vertane Chance.

Berlin ist aber nur ein Beispiel für viele Städte in ganz Deutschland, wo Potenziale einer neu gedachten Raumverteilung noch nicht ausgeschöpft werden. Der VCD nutzt den PARK(ing) Day daher, um die Kommunen aufzufordern, Alternativen zum Auto zu fördern und gezielt Verbesserungen für die Radinfrastruktur zu erreichen. Park(ing) Day-Aktionen mit VCD-Beteiligung finden am 18. September bundesweit u. a. in Bremen, Bielefeld, Herford, Erfurt, Wiesbaden, Mainz, Dresden, Nürnberg, Würzburg, Passau, München und Saarbrücken statt.

Berlin: <link service presse pressemitteilungen parking-day-2015>www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/parking-day-2015/

 

Für Rückfragen und Interviewwünsche:

Anja Smetanin, VCD-Pressesprecherin • Fon 030/280351-12 • Fax -10 • <link>presse@vcd.org

zurück