Pkw-Hersteller erfüllen gesetzliche CO2-Vorgaben für 2015 vorzeitig
Laut neuer Studie von Transport & Environment (T&E) erfüllen seit 2013 flächendeckend alle Autohersteller die gesetzlichen Vorgaben zu den CO2-Emissionen von Neuwagen, die in vollem Umfang ab 2015 einzuhalten sind. Die deutschen Hersteller Daimler und VW konnten ihre Emissionen zum Vorjahr sogar überdurchschnittlich senken. Bei gleichem Minderungstempo wie in den vergangenen sechs Jahren können sie somit auch rechtzeitig die CO2-Vorgaben für 2021 erreichen – und dies ohne Anrechnung von Supercredits. Für den ökologischen Verkehrsclub VCD sind die Zahlen eine Bestätigung dafür, dass die Grenzwert-Vorgaben bislang viel zu lasch sind. Hinzu kommt ein Messverfahren, dass Herstellern Schlupflöcher bietet.
Michael Müller-Görnert, Referent für Verkehrspolitik: „Erneut belegen die Zahlen, dass die Autoindustrie mühelos in der Lage ist, die gesetzlich vorgegebenen CO2-Ziele zu erfüllen. Dies gilt nicht nur für die Massen-, sondern auch für die Premiumhersteller. Behauptungen der Hersteller, die Ziele seien nicht, beziehungsweise nur mit großer Mühe zu schaffen, entbehren jeglicher Grundlage.“
Neben Daimler und VW könnten laut der Analyse von T&E auch Ford, Peugeot-Citroen, Renault, Toyota und Volvo die Ziele für 2021 erreichen. BMW hingegen muss in den kommenden Jahren sein Engagement zur Verbrauchsminderung deutlich verstärken.
Ingolf Hetzel, Mitglied des VCD-Bundesvorstands: „Damit Hersteller nicht beim „business-as-usual“ verharren, müssen jetzt schnell ambitionierte Folgegrenzwerte für die Zeit ab 2025 festgelegt werden. Dies senkt nicht nur nachhaltig die Klimagasemissionen des Autoverkehrs und hilft Verbrauchern beim Sparen, sondern sichert auch die Innovationsfähigkeit der Industrie.“
Der VCD bemängelt darüber hinaus, dass Autofahrer und Autofahrerinnen nicht in vollem Umfang von der CO2-Minderung und der damit verbundenen Verringerung des Spritverbrauchs profitieren können. Der Grund: Das bisherige Messverfahren ermittelt viel zu wenig die realen Kraftstoffverbräuche und CO2-Emissionen. Eine alternative Messmethode wurde mit dem weltweit harmonisierten Light-Duty Vehicles Test Procedure (WLTP) bereits erarbeitet. Diese muss nun schnell verbindlich eingeführt werden.
„Mit dem neuen Messverfahren WLTP kann verhindert werden, dass Hersteller die derzeit noch existierenden Schlupflöcher ausnutzen, um den Verbrauch schön zu rechnen. Dem aufkeimenden Widerstand der Hersteller gegen eine zeitnahe Einführung darf die EU nicht nachgeben“, fordert Müller-Görnert. Anderenfalls würde die Gesetzgebung für Folgegrenzwerte verschleppt.
Eine Zusammenfassung der T&E-Studie sowie Grafiken sind nachzulesen unter: <link http: bit.ly>bit.ly/1wdlUzO
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