Realsatire in der Sommerloch-Debatte zur Pkw-Maut
Das Bundesverkehrsministerium (BMVI) liefert heute mit seiner Erklärung zu dem Gespräch von Bundesverkehrsminister Dobrindt mit Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann erstklassige Realsatire mit hohem Unterhaltungswert, so der ökologische Verkehrsclub VCD.
Der Bundesverkehrsminister (CSU) erklärt bei einem speziellen Treffen mit seinem Parteikollegen Herrmann (CSU), wie der kleine Grenzverkehr funktioniert. Der bedankt sich für die Lehrstunde und lenkt ein. Der Mautfrieden in der CSU ist wiederhergestellt.
Die Maut schadet dem kleinen Grenzverkehr also nicht. Bundesverkehrsminister Dobrindt erklärt dem bayerischen Innen- und Verkehrsminister und der staunenden Öffentlichkeit, dass die Jahresvignette für den VW-Polo nur 24 Euro kostet würde. Kein echter Grund für Ausländer, Deutschlands Straßen zu meiden.
Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Der Verkehrsminister hat recht - die Jahresvignette für einen VW-Polo mit einem 1,2 Liter-Benzinmotor soll nur 24 Euro kosten. Diese Summe wird den kleinen Grenzverkehr kaum behindern. Doch dieses Argument für die Einführung der Maut ist zu kurz gedacht. Welchen wirtschaftlichen Nutzen bringt eine Abgabe von 24 Euro, nachdem die Kosten für den Verkauf und den Kontrollaufwand abgezogen werden?“
Für einen Polo mit einem Dieselmotor werden über 100 Euro fällig. „Dieser logisch nicht nachvollziehbare Preisunterschied für die Vignette wird noch den Stoff für einige unterhaltsame Gerichtsshows liefern“, mutmaßt Lottsiepen. „Und sicher wird die bayerische Logik auch die deutschen Autohersteller dazu bewegen, ihre jetzige auf den Diesel gerichtete Verkaufsstrategie zu überdenken.“
vcd.org