Schulwege-Check wertet über 21.000 Gefahrenstellen aus – VCD fordert Tempo 30 und sichere Infrastruktur für Kinder
Es sind besonders häufig Autos, die eine Gefahr darstellen – das ergab die Auswertung des Schulwege-Checks von VCD und der Initiative für sichere Straßen. Sie wurden in 85 Prozent aller Meldungen genannt. Hauptgrund ist neben der Fahrweise häufig eine mangelhafte Infrastruktur: Unübersichtliche Stellen, ungünstige Straßenverhältnisse und schlechte Sicht vor allem an Kreuzungen und Einmündungen sind die größten Risikofaktoren. Häufiges Fehlverhalten wie zu schnelles Fahren und falsches Parken verschärft die Gefahr erheblich.
Anika Meenken, VCD-Sprecherin für Radverkehr und Mobilitätsbildung, erläutert: „Wer zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, wird im Straßenverkehr viel zu oft übersehen. Das zeigt unsere Auswertung – sie deckt sich mit den Daten aus der polizeilichen Unfallstatistik. Für den VCD ist klar: Wir brauchen Tempo 30 innerorts, eine sichere, kinderfreundliche Infrastruktur und Schulstraßen, wenn wir die Vision Zero – also null Tote im Straßenverkehr – erreichen wollen. Das Beispiel Helsinki zeigt, wie es geht.“
Der VCD setzt sich seit 40 Jahren für ein kindgerechtes Verkehrssystem ein. Gemeinsam mit der Initiative für sichere Straßen – Experten für sicherheitsbezogene Mobilitätsdaten – hat er Eltern, Familien und Aktive bundesweit aufgerufen, gefährliche Stellen über die Plattform www.schulwege.de zu melden. Zwischen dem 3. Juni und 15. August 2025 entstand so ein Überblick über die Gefahren, denen Kinder auf dem Weg zur Schule ausgesetzt sind.
„Zusammen mit dem VCD haben wir auf schulwege.de das subjektive Sicherheitsempfinden der Verkehrsteilnehmenden abgefragt. Der Abgleich mit objektiven Verkehrsdaten wie Unfällen, real gefahrenen Geschwindigkeiten und weiteren Daten auf unser Mobilitätsplattform hat uns ein wirklichkeitsnahes Bild der Situation vor Ort gegeben und die Eindrücke der Befragung bestätigt“, erläutert Arno Wolter, Geschäftsführer der Initiative für sichere Straßen. „Die Ergebnisse zeigen: Verbesserungen sind notwendig, denn nur wenn sich Kinder im Verkehr sicher fühlen, gelingt die Verkehrswende.“
Zum Hintergrund: Auswertung und Schlussfolgerungen aus dem Schulwege-Check finden Sie hier. Weiterführende Informationen zum Schulwege-Check finden Sie hier.
Das deutschlandweite Schulwegrouting für Eltern und Kindern ist Teil des digitalen Schulwegplaners auf schulwege.de, mit dem Kommunen und Schulen zudem individuelle Schulwegpläne erstellen können. Auf dem Portal können Gefahrenstellen weiterhin gemeldet werden, um die Kommunen auf sie aufmerksam zu macht.

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