So wohne ich – so bin ich mobil

VCD-Magazin fairkehr klärt auf, wie die Wohnumgebung unsere Mobilität beeinflusst

Drei bis vier Mal täglich machen sich die Deutschen auf den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder zum Freizeitvergnügen. Dabei wird die Entscheidung, welches Verkehrsmittel für den Weg hin und zurück zum Einsatz kommt, bereits zu Hause getroffen. Ist der Weg weit oder parkt das Auto direkt vor der Tür, so fällt die Entscheidung zumeist auf das Auto, anstatt auf die umweltverträglicheren Verkehrsmittel des Umweltverbundes, wie Bus, Bahn, Fahrrad oder das Zufußgehen. Dies haben Untersuchungen bereits seit längerem bewiesen. Eine neue Studie zeigt nun im Umkehrschluss, dass das Fahrrad umso häufiger genutzt wird, wenn leicht zugängliche und witterungsgeschützte Einrichtungen am Wohn- und Zielort zur Verfügung stehen. Dementsprechend haben zum Beispiel Berlin und Baden-Württemberg reagiert und ihre Landesbauordnungen angepasst. Zwei Radabstellplätze pro neugebaute Wohnung sind jetzt Vorschrift.

Es reicht also nicht aus, über die Effekte der Nutzung von umweltverträglichen Verkehrsmitteln aufzuklären. Die Verkehrs- und Stadtplanung muss die Bürger zu Hause abholen. Dafür benötigt sie von der Politik entsprechende Rahmenbedingungen.

Denn wenn besonders viele Menschen von möglichst umweltverträglicher Mobilität überzeugt werden sollen, lohnt sich der Blick auf die ersten Meter des Weges. Diesen Schwerpunkt setzt die aktuelle Ausgabe der fairkehr und stellt die Frage, ob Deutschland ein radikales Umdenken in der Verkehrswege- und Städteplanung braucht. Warum steht bei Baumaßnahmen in Deutschland immer noch das Auto und nicht gleichberechtigt das Fahrrad oder der Fußweg im Mittelpunkt?

Neben kritischen Fragen werden auch Best Practice Beispiele beleuchtet. Ein Blick in die Niederlande zeigt, dass der Anteil der Radfahrenden steigt, wenn Straßen nicht nur für Autos geplant werden, sondern der Radverkehr gleichermaßen berücksichtigt wird: in den Niederlanden liegt der Radverkehrsanteil bei 26 Prozent, in Deutschland dümpelt er immer noch bei 10 Prozent. Weitere Beispiele kommen aus Paris und Vauban am Rande von Freiburg. In Paris konnte der Anteil derer, die ein eigenes Auto besitzen, von 60 Prozent in 2001 auf 40 Prozent in 2014 gesenkt werden, in Vauban kommen viele Einwohner fast gänzlich ohne Autos aus.

Auch der öffentliche Verkehr wird von der fairkehr unter die Lupe genommen. Vielerorts wird sich auf den Ausbau des Netzes konzentriert, um ein attraktives Angebot zu leisten. Jedoch beginnen die Hürden den öffentlichen Verkehr zu nutzen für viele Menschen viel früher. Und zwar auf dem Fußweg zu den Haltestellen. Ist dieser umständlich, unsicher oder nicht barrierefrei, kommen sie erst gar nicht. So untersucht die aktuelle fairkehr auch den Zusammenhang zwischen dem Zufußgehen und der Nutzung des öffentlichen Verkehrs.

Mehr zu diesen Themen, inkl. Infografik zum Zufußgehen, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der fairkehr. Interessierten senden wir ein Rezensionsexemplar der Ausgabe 1/2015 gerne kostenfrei zu. Mehr Informationen auch unter <link http: www.fairkehr-magazin.de>www.fairkehr-magazin.de.

Für Rückfragen: Anja Smetanin, VCD-Pressesprecherin • Fon 030/280351-12 • <link>presse@vcd.org

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