Starker Anstieg des Flugverkehrs in 2005
Nach heute veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes hat der Flugverkehr in Deutschland im vergangenen Jahr erneut stark zugenommen. Mit einem Zuwachs von 7,5 Prozent bei den Fluggastzahlen und etwa 5,5 Prozent bei den Flügen setzte sich der Trend der vergangenen Jahre fort. Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) warnt angesichts dieser Entwicklung vor den erheblichen Folgen für Klima und Gesundheit und fordert mehr Kostenwahrheit im Flugverkehr.
„Das enorme Wachstum im Flugverkehr ist teuer erkauft. Die Branche erhält allein durch die Steuerbefreiung für Kerosin Subventionen in Milliardenhöhe. Die Zeche zahlen am Ende wir alle über höhere Steuern. Denn die Folgekosten des Klimawandels aber auch Gesundheitsschäden durch Fluglärm werden der Allgemeinheit aufgebürdet“, kritisiert Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender.
Der VCD fordert daher die Regierungen von Bund und Ländern auf, endlich mehr Kostenwahrheit im Flugverkehr zu schaffen. In einem ersten Schritt müsse die Besteuerung von Kerosin zumindest auf Inlandsflüge eingeführt werden, was rechtlich ohne Probleme machbar sei. Allein diese Maßnahme würde dem Staat rund 400 Millionen Euro Einnahmen bringen. Des weiteren müsse die flächendeckende Subventionierung von Regionalflughäfen, von denen in erster Linie die Billigflieger profitierten eingestellt werden.
Ulrich Kohnen, Flugverkehrsexperte des VCD, erklärt dazu: „Deutschland hat bereits heute die höchste Flughafendichte in ganz Europa. Dennoch werden landauf, landab immer mehr Flugplätze mit öffentlichen Geldern ausgebaut, häufig völlig am Bedarf vorbei. Das ist angesichts chronisch knapper Kassen und der resultierenden Belastung von Anwohnern und Umwelt ein Skandal!“
Die Steuergeschenke für den Flugverkehr verzerrten zudem den Wettbewerb zwischen den Verkehrsträgern ausgerechnet zu Gunsten des umweltbelastendsten Verkehrsmittels. „Bund und Länder fördern krankmachenden Fluglärm und folgenschweren Klimawandel, während die umweltschonende Bahn teilweise sogar auf Inlandsverbindungen preislich nicht mehr konkurrieren kann“, kritisiert Kohnen und fordert: „Es ist höchste Zeit, dass im Verkehrssektor endlich eine nachhaltige Entwicklung einkehrt.“
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