Straßen für Menschen öffnen: Sicheren Fuß- und Radverkehr stärken

Abstand halten ist wichtig, um das Coronavirus eindämmen zu können, aber viele Rad- und Gehwege sind dafür zu schmal. Städte sollten verkehrsberuhigte Zonen, temporäre Radfahrstreifen und Spielstraßen für Kinder schaffen - Bund muss mit weiterer Novelle der Straßenverkehrsordnung langfristig Weichen stellen.

Wer momentan notwendige Wege zurücklegen will, zur Arbeit oder zum Einkaufen, sollte möglichst zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sein. Bewegung an frischer Luft ist für die Gesundheit und das Wohlbefinden wichtig und macht in den öffentlichen Verkehrsmitteln Platz für die, die darauf angewiesen sind. Auf vielen Straßen aber drängen sich derzeit die Menschen. 

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Die Corona-Krise zeigt, dass viele Geh- und Radwege viel zu schmal sind. Um den notwendigen Abstand einzuhalten, muss man oft auf die Fahrbahn ausweichen. Wir brauchen mehr Platz auf den Straßen, damit Menschen sich nicht zu nahekommen.“  

Der VCD plädiert deshalb dafür, in Bereichen, in denen besonders viele Fußgänger und Radfahrende unterwegs sind, Straßen freizugeben und wenn möglich für den Autoverkehr zu sperren. Auch temporäre Radfahrstreifen können schnell umgesetzt werden und verschaffen Menschen mehr Platz im öffentlichen Raum. Wie es schnell und unkompliziert geht, zeigt gerade die Stadt Berlin.

Michael Müller-Görnert: „Städte sollten jetzt Straßen für Fußgänger und Radfahrer öffnen und verkehrsberuhigte Bereiche schaffen. Auch Spielstraßen für Kinder, die sich momentan zu viel in der Wohnung aufhalten, können schnell und unbürokratisch eingerichtet werden. Langfristig brauchen wir einen konsequenten Ausbau der Fuß- und Radinfrastruktur, das sehen wir jetzt wieder ganz deutlich.“   

Die aktuelle Novelle der Straßenverkehrsordnung, die demnächst in Kraft tritt, gibt Kommunen nun den Spielraum, beispielsweise Fahrradzonen oder punktuell Tempo 30-Zonen einzurichten. Niedrigere Geschwindigkeiten helfen, Unfälle zu vermeiden und Ärzte und Krankenhäuser zu entlasten. Aber für mehr Verkehrssicherheit und einen dauerhaften Ausbau der Fuß - und Radwege fordert der VCD eine weitere Öffnung des Straßenverkehrsrechts, die rasch vom Bundesverkehrsministerium auf den Weg gebracht werden muss. Dazu gehört auch, Tempo 30 grundsätzlich als Regelgeschwindigkeit innerorts einzuführen. Attraktivere Bedingungen für den Fuß- und Radverkehr beschleunigen den Umstieg vom Auto, senken den CO2- und Schadstoffausstoß und tragen so zu einem umweltfreundlicheren und damit weniger gesundheitsschädlichen Verkehr bei. 


Pressekontakt:
Franziska Fischer, Pressesprecherin VCD • Telefon 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter: @VCDeV 
 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.
 

 

 

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