Tag gegen Lärm

VCD: Lärm an der Quelle bekämpfen mit leiseren Pkw

Emission: impossible

Flug- und Fahrzeuge müssen deutlich leiser werden. Das zeigen auch die aktuellen Bürgerproteste gegen den Fluglärm in Frankfurt/Main und Berlin oder gegen den Schienenverkehrslärm im Rheintal. Die gültigen Vorschläge für Geräuschgrenzwerte, z. B.  für Kraft- und Schienenfahrzeuge sind jedoch nicht anspruchsvoll genug. So würden die Vorschläge Deutschlands und der Europäischen Kommission für die Geräuschgrenzwerte für Kfz zu einer mittleren Entlastung der Bevölkerung von nur 1,7 dB(A) und das auch erst im vollen Umfang ab 2031 führen. Die Vorschläge des Eisenbahnsektors und der Europäischen Eisenbahnagentur für die Schienenfahrzeuge würden z. B. für die Güterwagen keine weitere effektive Senkung der Geräuschgrenzwerte vorsehen.

Insbesondere der Fluglärm steht im Fokus der öffentlichen Diskussion. Mit der Durchsetzung des Nachtflugverbotes in Frankfurt/Main ist ein wichtiger Schritt nach vorn getan. Wesentlich ist aber, dass nur ein breiter und abgestimmter Mix von Maßnahmen und Instrumenten den Konflikt zwischen Lärmschutz und verkehrlichen Interessen entschärfen kann. Es ist erforderlich, das Fluglärmproblem umfassend zu analysieren und zu bearbeiten. Der ALD führt deshalb zusammen mit dem Umweltbundesamt (UBA) und dem deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) eine Veranstaltung zum Thema "Minderung des Fluglärms" durch. Sie wird am 19. Juni 2012 in der Landesvertretung der Freien und Hansestadt Hamburg in Berlin stattfinden. Die Bundesministerien für Verkehr und Umwelt werden die Konzepte der Bundesregierung zur Minderung des Fluglärms vorstellen. Ge-sundheitliche Folgen des Fluglärms werden ebenso angesprochen wie das Problem der Flugroutenwahl, die planerischen und technischen Lärmminderungspotenziale, die Beteiligung der Betroffenen und die Lösungsvor-schläge der flughafennahen Gemeinden.

Der ALD ist eine Fachgruppe der Deutschen Gesellschaft für Akustik (DEGA) und setzt sich dafür ein, die Lärm-problematik in Deutschland ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rufen. Er bietet Diskussionsforen an, informiert unter Berücksichtigung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse über die Ursachen und Wirkungen von Lärm und gibt Hinweise zum Schutz vor Lärm, um den Lärmschutz in Deutschland und Europa zu verbessern.
> siehe auch www.tag-gegen-laerm.de und www.ald-laerm.de

Gemeinsam für Ruhe

Lärm ist heutzutage praktisch überall und rund um die Uhr: in der Stadt und auf dem Land, auf der Straße und in der Wohnung. Die Bekämpfung von Lärm ist daher ein Schwerpunktthema des Umwelt- und Gesundheitsschutzes. Das Umweltbundesamt befasst sich seit seiner Gründung 1974 mit diesem Thema und setzt Impulse zur spürbaren Verbesserung der Lärmsituation.

Ein wesentliches Element einer modernen transparenten Lärmbekämpfungsstrategie ist die möglichst breite Beteiligung der Öffentlichkeit. Die Menschen kennen ihre Lärmprobleme vor Ort genau und haben häufig auch schon Lösungsvorschläge parat. Dieses Wissenspotential muss stärker gehoben werden. Aus der Lärmwir-kungsforschung ist bekannt, dass Lärm als weniger laut eingestuft wird, wenn man am Entscheidungsprozess beteiligt war. Auch das gegenseitige Vertrauen der am Prozess Beteiligten ist von großer Bedeutung. Eine Reihe von Untersuchungen zeigen, dass ein Zusammenhang zwischen dem Vertrauen auf den guten Willen der Ver-antwortlichen bzw. dem Misstrauen gegenüber diesen und der Belästigungsreaktion besteht. Es ist daher be-deutsam für die Akzeptanz und erfolgreiche Umsetzung von Lärmminderungsmaßnahmen. Kann bei den Betroffenen Vertrauen hergestellt werden, erhöht sich mit großer Wahrscheinlichkeit die Wirksamkeit der Maßnahme. Deshalb lassen Sie uns gemeinsam den Lärm verringern!
> siehe auch www.uba.de

Schrei den Lukas

Berliner Kinder zum bundesweiten Tag gegen Lärm am 25. April 2012 im DIN
-    Kann ein Schrei so laut sein wie eine Kreissäge im Sägewerk?
-    Worauf muss man bei der Benutzung von Kopfhörern achten?
-    Wie entstehen Geräusche von Donner und Wind im Film?

Die Antwort auf diese und andere Fragen zum Thema Lärm erhalten interessierte Kinder am 25. April 2012 im DIN. An diesem Tag findet zum 15. Mal der „Tag gegen Lärm“ statt. Das diesjährige Motto lautet: „Lärm in der Schule“.
Wenn sich der Geräuschpegel im Klassenzimmer durch Straßenlärm und Gespräche immer weiter hochschaukelt, dann haben es „Hinterbänkler“ schwer. Bei ihnen kommt nicht mehr an, was der Lehrer sagt. Sie schalten einfach ab und können somit den Anschluss verlieren. Lärmbelastungen haben auch auf Lehrer gravierende Auswirkungen bis hin zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen.
Im DIN wird am „Tag gegen Lärm“ den Kindern in einem „virtuellen Raum“ vorgeführt, wie technische Maßnah-men, aber auch ihr eigenes Verhalten den entscheidenden Unterschied machen. Der „virtuelle Raum“ ist eine von 10 Stationen, an denen Kinder im Umgang mit bzw. der Vermeidung von Lärm sensibilisiert werden und das mit viel Spiel und Spaß. 
In der Geräuschwerkstatt können die Kinder z. B. selbst mit Donnerblech und Windmaschine Klänge erzeugen. Professionelle Musiker machen anhand eines Live-Akustik-Sets hörbar, was Lautstärke und klangliche Dynamik in der Musik bedeuten. Beim MP3-Wettbewerb gilt es, aktuelle Hits trotz Verfremdung zu erkennen – und gleichzeitig etwas über Kopfhörer zu lernen. Bei „Schrei den Lukas“ dürfen die Kinder endlich einmal so laut schreien wie sie können; der Schalldruck wird durch ein Schallpegelmessgerät ermittelt und mit anderen verglichen. Dabei sind sie natürlich mit Gehörschutz ausgestattet und lernen somit gleich, wie man sich richtig schützen kann.
Am Ende des Tages erhalten alle Kinder einen „Hörführerschein“ als Nachweis für ihre erfolgreiche Teilnahme. Die Aktion richtet sich an Kinder zwischen 6 und 12 Jahren. Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht, es werden ca. 250 Kinder aus Berliner Schulen teilnehmen.
Die Veranstaltung findet von 9:00 bis 15:45 Uhr statt im

DIN Deutsches Institut für Normung e. V.
Am DIN-Platz
Burggrafenstr. 6
10787 Berlin
> siehe auch www.din.de

Weniger ist möglich

Werkzeuge und Baumaschinen erzeugen Lärm und der kann Beschäftigte krank ma¬chen: Die Hälfte aller Fälle anerkannter Berufskrankheiten im Baugewerbe beruhen auf Hör¬schäden. Doch häufig gibt es unnötigen Lärm, der an der Schallquelle gemindert werden kann. Die Fachleute der BG BAU informieren die Unternehmen darüber, dass es zu vielen Werkzeugen und Maschinen Alternativen gibt, die entscheidend weniger Lärm-Emissionen auf Baustellen erzeugen. So gibt es zum Beispiel schallgedämpfte Sägeblätter für Baustellenkreissägen, lärmgeminderte Flämmgeräte für Dacharbeiten, Spezialzangen für deutlich leisere Abbrucharbeiten und geräuschreduzierte Diamanttrennscheiben für Steinsägen. In manchen Fällen kommt der Lärmpegel sogar unter den Gefahrbereich von 85 Dezibel (dB (A)), ab welchem ein Gehörschutz zu tragen ist. Solche technischen Lösungen haben gesetzlichen Vorrang vor organisatorischen Maßnahmen, wie einer räumlichen Tren¬nung und Kennzeichnung der Lärmbereiche von ruhigeren Arbeitsplätzen. Erst wenn solche Maßnahmen nicht möglich sind, kommt persönliche Schutzausrüstung (Gehörschützer) zum Einsatz. Diese Inhalte vermitteln Fachleute der BG BAU am Tag gegen Lärm und darüber hinaus dem Baunachwuchs bundesweit in Ausbildungsstätten der Bauwirtschaft. Ausgehend von praktischen Aktionen wie Vergleichsmessungen des Schalls an ihren Arbeitsgeräten informieren die Experten die jungen Leute über Lärmgefahren in Beruf und Freizeit und über Schutzmaßnahmen.
> siehe auch www.bgbau.de

Lärm an der Quelle bekämpfen – mit leiseren Pkw

Bereits heute fühlen sich 55 Prozent der Bevölkerung durch Straßenlärm belästigt, 29 Prozent durch Fluglärm und nahezu ein Viertel leidet unter Schienenlärm. Das anhaltende Verkehrswachstum wird die Situation weiter verschärfen. Es ist daher enorm wichtig, alle zur Verfügung stehenden Maßnahmen zu ergreifen, um die Lärmemissionen insbesondere im Straßenverkehr zu reduzieren. Kurz- bis mittelfristig können finanzpolitische Instrumente sowie strengere Anforderungen an Fahrzeuge wirksame Maßnahmen sein.

„Mit der Einführung des zweckgebundenen „Lärmcents“, on top auf die Mineralölsteuer  würden beispielsweise Autofahrern die Auswirkungen ihres Handelns verdeutlicht und ihr Verhalten positiv beeinflusst. Bund, Länder und Kommunen wiederum, erhalten die finanziellen Mittel, die sie für den Lärmschutz dringend benötigen.“, so Michael Ziesak, VCD-Bundesvorsitzender.

Eine weitere erfolgsversprechende Maßnahme ist die Festlegung von ambitionierten Geräuschgrenzwerten für Pkw und Lkw. So würde der Lärm an der  Quelle reduziert. Die zusätzlichen Kosten, die bei der technischen Optimierung der Fahrzeuge z.B. am Motor oder Abgasstrang entstehen, sind gemessen am Nutzen niedrig. Die technische Umsetzung ist heute auch kein Problem mehr, allein der Wille der Automobilindustrie fehlt bisher. Hier muss die EU nachhelfen. Sie ist gefordert ambitionierte Lärmgrenzwerte zu verabschieden, die das weiter steigende Verkehrswachstum berücksichtigen. Die heute zu beschließenden Grenzwerte werden die Lärmemissionen der Kraftfahrzeuge für viele Jahre bestimmen. Fallen sie, auch auf Druck der Automobilindustrie, zu nied-rig aus, wird die zunehmende Zahl an Pkw und vor allem Lkw, die Senkung wirkungslos machen und zu keiner Verbesserung der Lärmsituation beitragen.

Rückfragen und Interviewwünsche:
Anja Smetanin, VCD-Pressesprecherin • Fon 030/280351-12 • Fax -10 • presse@vcd.org
> siehe auch www.vcd.org

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