Tag gegen Lärm - 25. April 2006
Deutsche Gesellschaft für Akustik e.V. (DEGA)
Lärm stört, sei es früh morgens, wenn die ersten Autokolonnen durch die Straßen brummen oder in der Fabrikhalle, wo pausenlos Maschinen dröhnen. Lärm macht aber auch krank. Menschen aus stark mit Verkehrslärm belasteten Wohngebieten sind häufiger wegen Bluthochdrucks in ärztlicher Behandlung. Deshalb empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), in Schlafräumen einen Mittelungspegel von 35 dB(A) nachts nicht zu überschreiten und Spitzenpegel über 45 dB(A) zu verhindern, um Menschen vor Schlafstörungen zu schützen. Die Außen-Pegel sollten 45 dB(A) Mittelungspegel nachts nicht überschreiten, damit ein Schlaf bei offenen Fenstern möglich ist. 75% der Menschen in Deutschland beklagen sich über Belästigung durch zu laute Geräusche; an der Spitze stehen nach wie vor die Straßenverkehrsgeräusche (17% fühlen sich hochgradig belästigt), dicht gefolgt vom Fluglärm. Laut Aussage des Umweltbundesamtes fühlt sich bundesweit jeder dritte Bürger durch Fluglärm belästigt. Angestrebt sind ähnlich wie bei den anderen Verkehrsarten 65 dB am Tage und 55 dB nachts. Der geschätzte Aufwand an Lärmsanierungen in den nächsten 10 Jahren wird vom BMVBW und BMU mit rund 600 Mio. Euro angegeben.
Weitere Informationen finden Sie <link http: www.tag-gegen-laerm.de>hier.
BG Bau Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft
In der Bauwirtschaft beruhen jährlich über die Hälfte der anerkannten Berufskrankheitenfälle auf Hörschäden durch Lärm. Allein in 2004 zahlte die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) 20 Millionen Euro an fast 7.000 Lärmgeschädigte. Schon 25 Prozent aller Jugendlichen haben erste Anzeichen einer Lärmerkrankung. Zu den Auswirkungen hoher Lärmbelastungen gehört neben einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität auch zusätzlicher Stress für die Betroffenen. Die Unfallgefahr ist höher, weil Warnsignale überhört werden können.
Umso wichtiger ist es, dass notwendige Schutzmaßnahmen eingehalten werden, um solche Gesundheitsschäden durch Lärm zu vermeiden, zumal sich Lärm auf den Baustellen oft nicht vollständig vermeiden lässt. Durch ihre Präventionsaktivitäten und Beratungen unterstützt die BG BAU ihre Mitgliedsbetriebe und deren Beschäftigte in allen Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Nicht zuletzt ist es ein Gebot wirtschaftlicher Vernunft jedes Unternehmens, sich für die Gesundheit seiner Mitarbeiter einzusetzen.
Weitere Informationen zur BG Bau erhalten Sie <link http: www.bgbau.de>hier.
Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD)
„Auch Fluglärm macht krank", warnt Ulrich Kohnen, Projektleiter Flugverkehr beim Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD). „Mehr als ein Drittel der Menschen im Land fühlen sich durch Fluglärm belästigt. Rund sieben Prozent der Bevölkerung leiden hochgradig unter Fluglärm und sind dadurch einem erhöhten Herzinfarktrisiko ausgesetzt. Bei Kindern werden im Umkreis von Flughäfen Konzentrations- und Lernschwächen festgestellt." Zum besseren Schutz der Bevölkerung ist nach Ansicht des Umwelt und Verbraucherverbandes eine anspruchsvolle Novellierung des veralteten Gesetzes zum Schutz gegen Fluglärm von 1971 dringend erforderlich. Der VCD kritisiert, dass das Netz von Flughäfen und Flugrouten immer dichter wird, die steigenden Folgekosten durch Umwelt- und Gesundheitsschäden aber nicht den Flugunternehmen, sondern der Allgemeinheit angelastet werden.
Pressekontakt: Öykü Kaygusuz, presse@vcd.org, Tel. 030-280351-12
WDCS- Whale and Dolphin Conservation Society
Laute Meere - Die Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS setzt sich international aktiv gegen die zunehmende Bedrohung von Walen und Delfinen durch Lärm in unseren Meeren ein. Wale und Delfine verwenden zur Wahrnehmung ihrer Umwelt, zum Aufspüren von Nahrung und zur Kommunikation akustische Signale und besitzen dafür einen höchst sensiblen Gehörsinn.
„Die Wirkung von Lärm auf Cetaceen reicht von kurzfristigen Störungen bis hin zum direkten Tod der Tiere" erklärt der Meeresbiologe Dr. Karsten Brensing von der WDCS. Seit Mitte des letzten Jahrhunderts hat sich in einigen Untersuchungsgebieten der Hintergrundgeräuschpegel pro Dekade fast verdoppelt; in Gebieten mit starkem Schiffsverkehr und industriellen Aktivitäten ergaben Untersuchungen sogar bedeutend höhere Werte. Es bedarf daher der Regulierung der marinen Lärmimmissionen und einer Umweltverträglichkeitsprüfung für alle Geräte, die Schallwellen an die marine Umwelt abgeben.
Weitere Informationen erhalten Sie <link http: www.wale.org>hier.
Pressekontakt: karsten.brensing@wdcs.org, Tel. 030-39828583
vcd.org