Tag gegen Lärm: Verkehr mit allen Mitteln leiser machen
Anlässlich des 17. Tags gegen Lärm fordert der ökologische Verkehrsclub VCD die Bundesregierung, Länder und Kommunen auf, alle zur Verfügung stehenden Maßnahmen zur Verringerung von Verkehrslärm konsequent umzusetzen. Denn Lärm macht krank und die Straße ist der Lärmverursacher Nummer Eins. Jeder zweite Bundesbürger ist von Straßenverkehrslärm betroffen.
Michael Ziesak, VCD-Bundesvorsitzender: „Bisher verhindert insbesondere der Bund tatsächlich ambitionierte Maßnahmen zum Lärmschutz. Stattdessen wird von Seiten der Politik und Industrie auf technische Lösungen gesetzt, die jedoch allein auf keinen Fall ausreichen. Erst recht nicht, wenn die Bundesregierung gleichzeitig auf EU-Ebene ambitionierte Lärmgrenzwerte für Fahrzeuge verhindert, wie erst im April diesen Jahres geschehen. Demnach dürfen beispielsweise Sportwagen in den kommenden Jahren noch lauter sein als heute schon.“
Ambitionierter Lärmschutz sieht anders aus, nicht nur mit Blick auf die konkreten Grenzwerte, sondern auch auf die viel zu langen Einführungs- und Umsetzungszeiträume. Die EU-Lärmgrenzwerte für alle neu zugelassenen Fahrzeuge gelten in der letzten Stufe erst ab 2026 verbindlich. Hinzu kommt, dass diese bereits heute von zahlreichen Pkw erfüllt werden.
Durch technische Maßnahmen an Fahrzeugen und Reifen oder auch durch den Bau von Schallschutzwänden ist somit längerfristig und flächendeckend mit keiner Verbesserung zu rechnen. Auch deswegen nicht, da die Lärmminderung an einzelnen Fahrzeugen in der Vergangenheit immer wieder durch den Zuwachs im Verkehr kompensiert wurden.
Michael Ziesak, VCD-Bundesvorsitzender: „Die Reduzierung des krank machenden Verkehrslärms muss in den nächsten Jahren vor allem über nichttechnische, das heißt verkehrsvermeidende und verkehrsberuhigende Maßnahmen erreicht werden. Hier ist der Bund gefordert endlich zu handeln.“
Ein Beispiel ist Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts. Die Geschwindigkeitsreduzierung senkt nicht nur den Lärm, sondern erhöht auch die Verkehrssicherheit. Zudem muss durch stärkere Kontrolle von Fahrzeugen sicher gestellt werden, dass diese nicht lauter als erlaubt sind. Im Bereich der Mobilitätserziehung und Fahrschulausbildung müssen Lärm und seine Folgen verstärkt eingebunden werden.
Damit alle Maßnahmen schnellstmöglich eine tatsächliche Lärmreduzierung bewirken können, braucht es zudem eine gesicherte Finanzierung. Michael Ziesak: „Die Einführung eines »Lärmcents« als Aufschlag zur Mineralölsteuer oder der Lkw-Maut könnte zusätzliche Mittel schaffen, die wiederum zweckgebunden für die Lärmschutzmaßnahmen eingesetzt werden müssten. Auf diese Weise würden insbesondere diejenigen einen Beitrag leisten, die für die Verlärmung verantwortlich sind.“
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