T&E legt Untersuchung zum CO2-Ausstoß von Neuwagen vor

Studie: Deutsche Autohersteller verfehlen Klimaziele / VCD fordert CO2-Grenzwert und CO2-basierte Kfz-Steuer

Nach einer heute veröffentlichten Studie im Auftrag des Europäischen Verbandes für Verkehr und Umwelt »Transport & Environment« (T&E) verfehlen drei Viertel der 20 größten Autohersteller in Europa die zugesagten Klimaziele. Danach soll der durchschnittliche Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid bei Neufahrzeugen bis zum Jahr 2008 auf 140 Gramm pro Kilometer sinken. Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) kritisiert die verfehlte Modellpolitik insbesondere der großen deutschen Hersteller Mercedes, Volkswagen, Audi und BMW und fordert politische Konsequenzen aus dem Versagen der Autoindustrie.

Hermann-Josef Vogt, stellvertretender VCD-Bundesvorsitzender: „Die neue Studie unserer Partnerorganisation T&E untermauert eindrucksvoll frühere Berechnungen des VCD und zeigt ganz klar: Gerade die großen deutschen Hersteller hinken bei der Verbrauchssenkung weit hinterher. So wird die Selbstverpflichtung der europäischen Autoindustrie, den CO2-Ausstoß von Neuwagen zu senken, definitiv scheitern. Jetzt sind klare politische Vorgaben für mehr Klimaschutz im Straßenverkehr unvermeidlich.“

Um den Druck auf die Hersteller zu erhöhen, fordert der VCD die schnelle Einführung europaweit verbindlicher CO2-Grenzwerte für Neufahrzeuge. Ziel der Politik müsse es sein, den Kraftstoffverbrauch in den kommenden zehn Jahren zu halbieren. Dass deutliche Fortschritte beim Flottenverbrauch machbar seien, zeige sich beispielsweise in den Erfolgen der großen französischen Hersteller. Sie hätten den CO2-Ausstoß ihrer Neufahrzeuge seit 1997 im Vergleich zu VW oder Audi um mehr als das Doppelte gesenkt. So habe beispielsweise VW als größter europäischer Hersteller 1997 noch um drei Gramm besser abgeschnitten als der zweitgrößte Renault. Inzwischen liege VW aber zehn Gramm hinter dem französischen Konkurrenten.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Die Studie zeigt schonungslos, wo ein Konzern wie Volkswagen im internationalen Vergleich landet, wenn er wertvolle Ressourcen mit der Entwicklung des 1001-PS-Monsters Bugatti Veyron vergeudet und gleichzeitig die Produktion des Drei-Liter-Autos einstellt. Wie man es besser macht, zeigen die Franzosen, die bei ähnlichen Ausgangsbedingungen die angestrebte Verbrauchsminderung erreichen. Die deutschen Hersteller müssen endlich begreifen, dass Klimaschutz kein überflüssiger Luxus ist, sondern unabdingbare Voraussetzung für die Zukunft – sowohl ökologisch wie ökonomisch.”

Zusätzlich zu europaweiten CO2-Grenzwerten muss die Bundesregierung nach Ansicht des VCD nationale Instrumente für mehr Klimaschutz im Verkehr nutzen und endlich, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, die Bemessungsgrundlage der Kfz-Steuer auf eine CO2-Komponente umstellen. Dadurch könne die Nachfrage nach Fahrzeugen mit niedrigem Verbrauch und entsprechend geringem CO2-Ausstoß gesteigert werden. Der VCD wird in Kürze einen konkreten Vorschlag für eine CO2-basierte Kfz-Steuer veröffentlichen.

Die von T&E in Auftrag gegebene Studie vergleicht zum ersten Mal den Fortschritt einzelner Automarken bei der Verringerung der CO2-Emissionen. T&E beauftragte dafür das Institute for European Environmental Policy (IEEP) in Großbritannien, das die von der R.L. Polk Marketing Systems GmbH gelieferten Verkaufszahlen für den Zeitraum zwischen 1997 und 2005 analysierte. R.L. Polk Marketing Systems GmbH ist die maßgebliche Datenquelle für die Automobilindustrie. Untersucht wurden Marken mit mehr als 150.000 verkauften Neuwagen in 2005.

Der komplette Bericht ‘How clean is your car brand?’ („Wie sauber ist Ihre Automarke?“) mit allen Ergebnissen steht auf der T&E-<link http: www.transportenvironment.org _blank>Website zum Download zur Verfügung. T&E ist Europas größte Umweltorganisation, die sich speziell dem Verkehr widmet. Mit 44 Mitgliedsorganisationen in 20 europäischen Ländern – darunter in Deutschland der VCD und die Deutsche Umwelthilfe DUH – setzt sich T&E für umweltschonende Mobilität ein.

Ein gutes Bus- und Bahnangebot, mehr Platz für Fahrräder, spritsparende Autos, mehr Sicherheit für Kinder: So sieht nachhaltige Mobilität für den Verkehrsclub Deutschland aus. Um diese Vision zu verwirklichen, wurde der VCD e.V. 1986 gegründet. Seitdem haben umweltbewusste mobile Menschen eine Alternative zu den herkömmlichen Automobilclubs und die Verkehrspolitik ein ökologisches Korrektiv. Derzeit unterstützen 63000 Mitglieder und Förderer den VCD.

VCD – 20 Jahre ökologisch mobil!

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