Weltgedenktag für die Opfer des Straßenverkehrs
Tempo 30 leicht gemacht – VCD präsentiert Soforthilfe-Ratgeber für mehr Verkehrssicherheit
Die Unfallzahlen bleiben hoch, jedes Jahr sterben Tausende auf deutschen Straßen. Viele von Ihnen sind zu Fuß oder auf dem Rad unterwegs – und hätten ein dreifach geringeres Sterberisiko, wenn Tempo 30 gelten würde. Untragbare Zustände, kritisiert Anika Meenken, Fachbereichsleiterin Mobilität beim VCD: „Das große Leid der Opfer und Hinterbliebenen mahnen jedes Jahr aufs Neue: Es muss endlich schneller gehen mit der allgemeinen Einführung von Tempo 30 innerorts!“
Die Straßenverkehrsordnung wurde in den vergangenen Jahren reformiert; dennoch bleiben die Hürden hoch, wenn Kommunen flächendeckend Tempo 30 anordnen möchten. Wie es jetzt schon möglich ist, Tempo 30-Zonen zu erweitern, zeigt der neue Ratgeber des VCD – denn sowohl Kommunen als auch einzelne Bürgerinnen und Bürger können einiges tun. Meenken: „Sogenannte ‚streckenbezogene Temporeduzierungen‘ sind etwa im Umfeld von Schulen, Kitas, Spielplätzen oder Pflegeheimen möglich. Hier kann man ansetzen.“
Doch diese Möglichkeiten nehmen die Bundespolitik nicht aus der Pflicht, sagt Meenken: „Die aktuellen Regeln reichen bei Weitem nicht aus, um vulnerable Verkehrsteilnehmende – etwa zu Fuß oder auf dem Rad – wirklich zu schützen. Noch immer müssen Kommunen Tempo 30 aufwendig begründen; eine flächendeckende Einführung wird ihnen nach wie vor erschwert.“
Gemeinsam mit dem VCD fordern über 1.100 Kommunen mehr Handlungsspielraum für lebenswerte Städte und sichere Straßen. Bis es soweit ist, gibt der Soforthilfe-Ratgeber ihnen Möglichkeiten an die Hand, schon jetzt tätig zu werden. „Auch wenn die Politik zögert und zaudert, lässt sich viel erreichen“, sagt Meenken. „Dazu wollen wir beitragen – und damit indirekt auch Leben retten“.
Zum Hintergrund: Das neue Soforthilfe-Papier sowie weitere Informationen und Checklisten finden Interessierte hier.

vcd.org