Umfrageergebnisse zur Akzeptanz des neuen Bahnpreissystems
Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) sieht in den Umfrage-Ergebnissen, die NFO-Infratest im Auftrag des Nachrichtenmagazins Der Spiegel ermittelt hat, noch kein Kundenvotum für das neue Preissystem der Deutschen Bahn AG. Wesentliche Merkmale des neuen Preissystems seien in der gestern veröffentlichten Umfrage, auf die sich die DB AG nun berufe, nicht abgedeckt. So sei es beispielsweise ein entscheidender Unterschied, ob Reisende lediglich bereit seien, „sich bis zu einer Woche im Voraus verbindlich auf eine Zugverbindung festzulegen“, wie es der Spiegel in seiner Frage formuliert habe, oder ob die Reisenden frühzeitig Hin- und Rückfahrt in einem bestimmten Zug buchen würden, selbst wenn im Falle eines notwendigen Umtauschs extrem hohe Gebühren anfallen.
René Waßmer, VCD-Bundesgeschäftsführer: „Wenn die Entscheidung am Schalter wirklich so einfach wäre, wie die Frage suggeriert, hätten wir auch weniger Bedenken. Aber sind wirklich drei Viertel aller Reisenden bereit, sich frühzeitig festzulegen, wenn sie bei Umtausch ihrer Fahrkarte ab dem Reisetag eine Gebühr von 45 Euro pro Fahrt bezahlen müssen? Dieses entscheidende Detail hätte in der Umfrage berücksichtigt werden müssen, um sie tatsächlich aussagekräftig zu machen.“
Zudem werde nach Ansicht des VCD in der positiven Darstellung des neuen Preissystem durch die Deutsche Bahn AG zu wenig auf die Verfügbarkeit der günstigen Plätze aus dem Plan&Spar-Angebot hingewiesen. Diese sind laut DB AG für jeden Zug je nach Streckenabschnitt auf 10 bis 100 Prozent begrenzt. So hätten die Kunden keineswegs eine Garantie, bei rechtzeitiger Buchung von den Rabatten profitieren zu können. Die Anzahl der Billig-Plätze ist aber nicht nur beschränkt, sondern soll zudem täglich an die Nachfrage angepasst werden.
Annette Volkens, VCD-Verkehrsreferentin: „Im ungünstigsten Fall wird also ein Kunde drei Wochen vor der gewünschten Reise kein Ticket mit 40 Prozent Ermäßigung mehr erhalten. Wird das Kontingent in den folgenden Tagen wieder vergrößert, kann ein Kunde, der eine Woche später zum Schalter kommt, diesen Spartarif dann doch wieder bekommen. Das ist für die Reisenden undurchschaubar und kann bei schlechter Erfahrung dauerhaft abschrecken.“
Der VCD sieht vor allem bei den Umtauschgebühren und der mangelnden Transparenz für die Plan&Spar-Angebote Nachbesserungsbedarf. Um die Flexibilität beim Bahnfahren auch in Zukunft zu erhalten, fordert der VCD zudem den Erhalt der erfolgreichen BahnCard mit 50 Prozent Rabatt über den geplanten Übergangszeitraum von 12 Monaten hinaus.
Hier finden Sie weiterführende Informationen: Das neue Preissystem
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