Unfallstatistik 1. Halbjahr 2015: Wieder mehr Tote, wieder betrifft es die schwächeren Verkehrsteilnehmer.

VCD fordert Bundesregierung zum Handeln auf – Höchstgeschwindigkeiten reduzieren – Tempolimits retten Leben

Der negative Trend setzt sich fort. Bereits im Jahr 2014 stieg die Zahl der tödlich Verunglückten im Straßenverkehr um insgesamt 0,9 Prozent. Für das erste Halbjahr 2015 scheint keine Trendwende in Sicht. Laut den heute veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes gibt es wieder mehr Verkehrstote. Allein in den ersten sechs Monaten 1593, was einem Anstieg von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

Die Bundesregierung hat in diesem Zeitraum zwei öffentlichkeitswirksame Plakatkampagnen gestartet, „Runter vom Gas“ sowie „dankhelm“. Sofort wirksame Maßnahmen zur Vermeidung von Unfällen jedoch blieben aus. Was nun Darth Vader?

Matthias Kurzeck, Mitglied im VCD-Bundesvorstand: „Ob im Stadtverkehr oder auf den Autobahnen, eine der Hauptunfallursachen ist die nichtangepasste Geschwindigkeit. Die Reduzierung der Höchstgeschwindigkeiten ist der bekannte Lösungsansatz und es bedarf endlich des Mutes, diese Maßnahme umzusetzen.“

Deutschland ist bis heute das einzige Land in Europa und das einzige Industrieland weltweit,
das kein generelles Tempolimit auf Autobahnen kennt. Auch innerorts bedeutet die Reduzierung der Basisgeschwindigkeit von 50 auf 30 Stundenkilometer eine deutliche Steigerung der Verkehrssicherheit.

Der Anhalteweg von Pkw reduziert sich um mehr als die Hälfte bei Tempo 30. Das heißt, ein Auto, das bei Tempo 50 nach 13 Metern noch ungebremst auf eine Person trifft, käme bei Tempo 30 schon zum Stehen. Und kommt es doch zu einem Unfall, erhöht sich die Überlebenschance für einen angefahrenen Fußgänger von zehn bis 20 Prozent auf über 90 Prozent.

Darüber hinaus sollte innerorts die Verkehrsinfrastruktur an die geänderten Mobilitätsbedürfnisse angepasst werden. Dazu gehört die konsequente Förderung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) sowie Fahrradverkehrs.

Rückfragen und Interviewwünsche:

Anja Smetanin, VCD-Pressesprecherin • Fon 030/280351-12 • Fax -10 • presse@vcd.or

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