Unfallstatistik 2012: Zahl der getöteten Fahrradfahrer gestiegen

VCD fordert Basisgeschwindigkeit 30 km/h innerorts für mehr Verkehrssicherheit

Der ökologische Verkehrsclub VCD begrüßt die positive Unfallentwicklung im Jahr 2012, warnt Bund, Länder und Kommunen dennoch davor, sich darauf auszuruhen und bei Maßnahmen zur Verkehrssicherheit nachzulassen. 388.000 Menschen wurden im letzten Jahr auf deutschen Straßen verletzt, mehr als die Einwohner einer Stadt wie Bochum. Weitere 3.600 starben an den Folgen schwerwiegender Verkehrsunfälle. Trotz Rekord-Tiefstand sind diese Zahlen immer noch viel zu hoch.

Magdalena Eul, stellvertretende Bundesvorsitzende des VCD: „Heute wäre keine Technik zulassungsfähig, die derart viele Menschenleben kostet. 3.600 Verkehrstote sind 3.600 zu viel. Der VCD verfolgt die Vision Zero: Null Verkehrstote. Alle Maßnahmen im Verkehrsbereich müssen auf dieses Ziel hin ausgerichtet werden. Inzwischen hat auch die Europäische Kommission das Ziel, bis 2050 die Zahl der Verkehrstoten auf nahezu Null zu senken.“

Einen besonderen Schwerpunkt stellt der Fahrradverkehr dar. Immer mehr Menschen steigen auf das Fahrrad um, weil Fahrradfahren Spaß macht, weil es gesund ist und weil man mit dem Rad oft schneller am Ziel ankommt als mit dem Auto. 2012 starben sieben Radfahrende mehr an Unfallfolgen als im Vorjahr. Bei allen anderen Verkehrsmitteln ging die Opferzahl zurück.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Die Infrastruktur muss an das geänderte Mobilitätsverhalten der Bürger angepasst werden. Radfahrende brauchen mehr Platz und sichere Wege. Eine Basisgeschwindigkeit von 30 km/h innerorts unterstützt das sichere Miteinander der Verkehrsteilnehmer.“ Diese Maßnahmen sind zielführend auch für Senioren, die überproportional häufig Opfer von Verkehrsunfällen werden.

Darüber hinaus bestätigte das Statistische Bundesamt heute erneut, dass nicht angepasste Geschwindigkeit auf Autobahnen und Landstraßen die wichtigste Unfallursache ist. Sie ist für 37 Prozent aller Verkehrstoten verantwortlich, auf Autobahnen sogar für fast die Hälfte. Gerd Lottsiepen: „Ein generelles Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen und eine Senkung des Limits auf Landstraßen sowie eine konsequente Überwachung retten Menschenleben.“

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