VCD fordert von Bundesregierung maßvollen und nachhaltigen Einsatz von Wasserstoff


Berlin, 25. Februar 2020.  Aktuell berät die Bundesregierung die Inhalte für eine nationale Wasserstoffstrategie, die den Rahmen für den Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft bis 2030 und darüber hinaus setzen soll. Um falsche Weichenstellungen zu vermeiden, fordert der ökologische Verkehrsclub VCD in einem offenen Brief die Bundesministerinnen und -minister für Umwelt, Verkehr, Wirtschaft und Forschung sowie das Bundeskanzleramt dazu auf, für die Produktion von Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen auf Wasserstoffbasis – sogenannten E-Fuels – strenge Nachhaltigkeitskriterien zu entwickeln. Wasserstoff solle zudem nur dort zum Einsatz kommen, wo die direkte Stromnutzung nicht möglich ist. 

Kerstin Haarmann, VCD-Bundesvorsitzende: "Wasserstoff ist nur dann eine umweltfreundliche Option, wenn für die Produktion ausschließlich Öko-Strom verwendet wird. Dafür müssen zusätzliche Öko-Stromkapazitäten aufgebaut werden, damit er nicht an anderer Stelle fehlt. Anderenfalls verursacht Wasserstoff höhere CO2-Emissionen als die fossilen Energieträger, die ersetzt werden sollen. Notwendig ist: erneuerbare Energien ausbauen und der direkten Stromnutzung, etwa bei E-Autos, Vorrang geben.“

Vergleicht man die Effizienz von Wasserstoffantrieben mit der von Elektro-Autos, schneiden letztere deutlich besser ab. So benötigt ein Fahrzeug, das mit E-Fuels betankt wird im Vergleich zum batterieelektrischen Auto für die gleiche Strecke fünfmal mehr Energie, beim Brennstoffzellenauto sind es immer noch rund zweieinhalb Mal mehr. Synthetische Kraftstoffe kommen vor allem für den Flugverkehr in Frage, da elektrisches Fliegen in absehbarer Zukunft nicht möglich sein wird.

Völlig absurd ist aus Sicht des VCD, wenn Wasserstoff weiter wie bisher aus Erdgas produziert werden soll, wofür zusätzliche Erdgasimporte nötig würden. Zum einen sei Erdgas ein fossiler Energieträger und zum anderen würde man so neue Abhängigkeiten produzieren, kritisiert der VCD.

Den offenen Brief finden Sie hier: https://vcd.org/wasserstoffstrategie

Pressekontakt:
Anne Fröhlich • VCD-Pressestelle • 030/280351-12 • presse@vcd.orgwww.vcd.org • Twitter: @VCDeV

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander zwischen allen Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

 

 

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