VCD kritisiert Abwrackprämie der Autoindustrie als Ablassprämie für den Betrug

„Eine Umweltprämie von 10.000 Euro für einen Klimakiller wie den VW Touareg ist zynisch“, sagt Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD. VCD sieht in der sogenannten Umweltprämie Ablassprämie und Marketinginstrument in Zeiten sinkender Dieselwagenverkäufe

Berlin, 9. August 2017. Der ökologische Verkehrsclub VCD kritisiert die sogenannte Umweltprämie der Autokonzerne als „Ablassprämie“. Die Autohersteller wollen sich vom Dieselbetrug freikaufen. Den schwindenden Absatz wollen die Konzerne mit dem Marketinginstrument Prämie ausgleichen. Die angebliche Preisnachlässe für den Umweltschutz sollen Kunden locken und an die Unternehmen binden. Inhaltlich ist die Prämie höchst fragwürdig. Laut Umweltbundesamt (UBA) ist der durchschnittliche Ausstoß giftiger Stickoxide bei Euro 5-Dieseln höher als bei Euro 4 und als bei den noch älteren Euro 3-Fahrzeugen. Diesel-Pkw nach Euro 3 und Euro 4-Norm sollen verschrottet werden, bei Euro 5-Autos verweigern die Autohersteller die dringend erforderliche Hardware-Nachrüstung.

 „Wenn sie ihren Namen verdienen soll, dann dürfte es die Prämie nicht für einen Diesel geben, der die NOx-Werte auf der Straße nicht einhält, sondern nur für Pkw, die wirklich sauber sind, z.B. energieeffiziente E-Autos und Hybride“, sagt Gerd Lottsiepen , verkehrspolitischer Sprecher des VCD. „Laut UBA sind Euro 6-Diesel im Schnitt kaum besser als Euro 4. Kaum ein heute verkaufter Diesel-Pkw hält die Grenzwerte für Stickoxide ein. Außerdem geht es  in Zeiten des Klimawandels nicht nur um NOx, sondern auch um das Treibhausgas CO2, das durch keinen Fahrzeug-Grenzwert limitiert wird. Eine Umweltprämie von 10.000 Euro für einen Klimakiller wie den VW Touareg ist unglaublich zynisch.“

 Finanziell bringt die sogenannte Umweltprämie einem Autokäufer wenig. Üblicherweise erhalten Neuwagenkäufer 15 bis 20 Prozent Rabatt. Möglich sind bis zu 30 Prozent Nachlass auf den Neuwagenpreis. Lottsiepen warnt: „Da heißt es, genau zu rechnen und sich nicht mit der Umweltprämie abspeisen zu lassen.

 Um die Luftqualität in Innenstädten wirklich zu verbessern, fordert der VCD eine Kaufprämien für Cargo-Bikes (Lastenräder). Lastenräder können Lieferfahrzeuge in den Städten ersetzen, brauchen jedoch Unterstützung bei der Markteinführung. Zudem muss die Infrastruktur in den Städten für Fahrräder E-Bikes ausgebaut werden: Mehr Platz im Straßenraum, ein zusammenhängendes Wegenetz und Schnellwege für Pendler.

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