VCD nennt InterRegio-Streichungen kundenfeindlich

BahnCard als „ganz Deutschland für die Hälfte“ erhalten!

Zum Fahrplanwechsel der Bahn hat der Verkehrsclub Deutschland (VCD) das fehlende Interesse der DB AG am InterRegio und Regionalverkehr kritisiert. Durch den Wegfall von InterRegio-Verbindungen ergeben sich in einigen Ländern Verschlechterungen, in anderen Bundesländern werden Teile der wegfallenden IR-Verbindungen durch Nahverkehrsleistungen ersetzt. „Diese Unternehmenspolitik geht an den Interessen der Kunden vorbei“, so VCD-Pressesprecher Burkhard Reinartz. Laut VCD-Bahnkunden-Barometer fahren viele Menschen deshalb nicht mit dem Zug, weil Ihnen die Bahn zu teuer ist, weil die Fahrziele zu schlecht erreichbar sind (beide 58%) oder weil sie zu oft umsteigen müssen (43%). Als preisgünstigstes und umsteigefreies Fernverkehrsprodukt hätte der InterRegio den Interessen der Kunden in vielen Regionen optimal entsprochen.

Nach Ansicht des VCD hat der InterRegio in einer Zwickmühle gesteckt, der er nun zum Opfer falle. Denn die Formel der Bahnreform, dass der Fernverkehr sich selbst rechnen müsse und der Nahverkehr gemeinwirtschaftlich sei, gehe nicht auf. Die Trennungslinie zwischen Nah- und Fernverkehr sei relativ willkürlich gezogen. Derzeit wird der Nahverkehr von den Ländern bezahlt. Diese müssten nun sehen, dass sie das zusätzliche Geld für die IR-Ersatzleistungen an anderer Stelle einsparen, zum Beispiel durch Angebotskürzungen. Außerdem wurde der InterRegio durch Missmanagement in der Vergangenheit systematisch herunter gewirtschaftet: InterRegios ohne Bistro, nicht mehr gewartete Wagen, keine Sonderangebote zur besseren Auslastung. Die Produktwerbung für den IR wurde bereits 1994 eingestellt. „Statt sich an den Kundenwünschen nach preiswerten und umsteigefreien Verbindungen zu orientieren, setzt die Bahn auf den ICE als teures Top- Produkt“, kritisierte Reinartz.

Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel Großbritannien. Das britische Verkehrsministerium hat klare Ziele bei Ausschreibungen im Eisenbahnsektor formuliert. So werden 50% Fahrgastwachstum, dichterer Takt und schnellere Reisezeiten erwartet, die die Unternehmen in Ihre Angebote einbeziehen müssen.

Der VCD forderte neben einer klaren Wachstumsstrategie ein einfaches, kundenfreundliches Preissystem. Bahn fahren müsse durch eine „Lichtung des Tarifdschungels“ attraktiver werden. „Einfach, transparent, preislich attraktiv und bundesweit einheitlich“ seien die richtigen Stichworte. Zudem sollten die Tickets durch großzügige Mitnahmeregelungen und Übertragungsmöglichkeiten aufgewertet werden. Die BahnCard mit 50% Rabatt entspreche einem Großteil dieser Ziele. „Sie ist einfach, verständlich und bietet ganz Deutschland für die Hälfte“. Der VCD forderte von der DB AG, dass sie im Sinne der Kunden die genannten Anforderungen im neuen Preissystem berücksichtige. Mangels überzeugender Alternativen setzt sich der VCD auch weiterhin für den Erhalt der BahnCard mit 50% Rabatt ein.

Rückfragen:
Daniel Kluge, VCD-Pressesprecher
(030) 280 47 11 - 2
(030) 280 47 11 - 7

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