VCD-Positionspapier: So klappt der Neustart in die grüne Mobilität

Konjunkturpakete müssen an Umwelt-Kriterien geknüpft werden, um den Umbau zu einer ökologisch-sozialen Mobilität voranzutreiben. Ein VCD-Positionspapier nennt Maßnahmen, die jetzt ergriffen werden müssen. Gemeinsam mit einem breiten Bündnis fordert der VCD eine Mobilitätsprämie für alle, mit der man auch E-Bikes, BahnCards und ÖPNV-Abos kaufen kann.

Um ökologisch-soziale Mobilität zu fördern, müssen Konjunkturpakete so gestaltet werden, dass sie vor allem den Umweltverbund aus Bahn, Bus, Fuß- und Radverkehr stärken. Der VCD fordert im Rahmen eines breiten Verbände- und Unternehmensbündnis eine Mobilitätsprämie für alle, die nachhaltige Mobilität stärken soll.

Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende des VCD: „Eine reine Autoprämie darf es nicht geben, diesen Fehler haben wir schon einmal gemacht. Eine Lockerung der Umweltauflagen für die Branche wäre ebenfalls der falsche Weg. Außerdem lösen Investitionen in die Fahrzeugindustrie die verhältnismäßig geringsten Beschäftigungswirkungen aus, das zeigt eine Studie unseres österreichischen Partnerverbandes VCÖ. Deshalb fordern wir ein „Startgeld grüne Mobilität“. Damit kann man sich etwa eine BahnCard, ein ÖPNV-Abo oder ein E-Rad oder Lastenrad kaufen. Oder man nutzt das Startgeld für Car- und Bikesharing-Angebote oder als Beitrag zum Kauf eines E-Autos.“   

In Folge der Corona-Pandemie leidet die Mobilitätsbranche unter einer schweren Krise. Autoindustrie und Fluggesellschaften stehen vor großen Herausforderungen. Der öffentliche Verkehr mit Bussen und Bahnen hat einen dramatischen Fahrgastrückgang und hohe Einnahmeverluste zu verkraften. Damit Menschen auf den Straßen Abstand halten können, sind eine gute Infrastruktur sowie wesentlich mehr Platz für Fußgänger und Fahrradfahrer wichtig. Die Chance, den öffentlichen Raum besser und gerechter aufzuteilen, gilt es jetzt zu nutzen.  

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher VCD: „Wir müssen jetzt die Chance für einen Neustart in die grüne Mobilität nutzen. Mit dem Startgeld grüne Mobilität können wir Menschen beim Umstieg auf umweltschonende Verkehrsmittel unterstützen und die Wirtschaft ankurbeln. Wir müssen Mobilität neu denken und dabei mutig sein. Städte wie Mailand oder Brüssel richten jetzt Vorrangzonen für Fuß- und Radverkehr ein. Berlin richtet zahlreiche sogenannte zusätzliche oder verbreiterte Pop-up bike-lanes ein, von denen einige permanent bestehen bleiben sollen. Das müssen wir überall in Deutschland tun. Wir brauchen die Verkehrswende – mehr denn je. Für Mensch, Umwelt und Klima.“ 


Zum Positionspapier des VCD: https://www.vcd.org/themen/verkehrspolitik/nach-corona-neustart-in-die-gruene-mobilitaet

Pressekontakt:
Michael Müller-Görnert • verkehrspolitischer Sprecher VCD • michael.mueller-goernert@vcd.org
Franziska Fischer, Pressesprecherin VCD • 0171/60 52 409 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter: @VCDeV 
 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

zurück