VCD-Umfrage zeigt: Unsichere Wege bremsen aktive Mobilität von Kindern

Eine bundesweite Umfrage des ökologischen Verkehrsclubs VCD zeigt: Viele Eltern und Kitamitarbeitende bewerten die Wege der Kinder zur Kita als unsicher. 80 Prozent der Befragten wünschen sich deshalb geringere Geschwindigkeiten im Kita-Umfeld. Die Online-Umfrage wurde im Rahmen des VCD-Projekts „Aktive Mobilität in Kitas und Kommunen“ durchgeführt. Dabei wurden Kitamitarbeitende und Eltern zur Mobilität von Kindern bis zum Alter von sechs Jahren befragt.

Wer von klein auf regelmäßig zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, sammelt schon früh wichtige Erfahrungen im Straßenverkehr und stärkt Gesundheit und Selbstständigkeit. Gleichzeitig wird so die Grundlage für klimafreundliche und gesunde Mobilitätsgewohnheiten geschaffen, die auch im Erwachsenenalter fortwirken. Doch damit Kinder ihre Wege sicher zurücklegen können, muss das Umfeld von Kitas stärker an ihren Bedürfnissen ausgerichtet werden. Welche das sind, hat der ökologische Verkehrsclub VCD bei einer bundesweiten Online-Umfrage im Rahmen des Projekts „Aktive Mobilität in Kitas und Kommunen“ abgefragt. Insgesamt nahmen 210 Personen teil, davon 142 Erziehungsberechtigte und 68 Kitamitarbeitende.

Die Ergebnisse zeigen: 43 Prozent der befragten Eltern bringen ihr Kind mit dem Fahrrad zur Kita, 18 Prozent gehen zu Fuß und 14 Prozent nutzen das Auto. Als Gründe für die Wahl des Verkehrsmittels nennen Eltern vor allem Zeitersparnis (24 Prozent) oder den Wunsch, mehr Bewegung in den Alltag ihres Kindes zu bringen (19 Prozent). „Gerade auf kurzen Strecken lohnt es sich, das Auto stehen zu lassen“, sagt Stephanie Päßler, Leiterin des VCD-Projekts. „Zu Fuß oder mit dem Fahrrad wird der Weg zur Kita selbst zum Erlebnis und bringt mehr Bewegung in den Alltag der Kinder.“ 

Gleichzeitig zeigen die Antworten deutlichen Handlungsbedarf: 19 Prozent der befragten Eltern beurteilen den Weg zur Kita als eher unsicher, 40 Prozent als teilweise sicher. Als größten Risikofaktor nennen die Befragten das hohe Verkehrsaufkommen (66 Prozent), gefolgt von zu hohen Geschwindigkeiten (63 Prozent). Auch unübersichtliche Kreuzungen, fehlende Querungsmöglichkeiten sowie zu schmale oder fehlende Geh- und Radwege erschweren den Weg zur Kita (rund 60 Prozent). Deshalb sind 80 Prozent der Befragten für Tempolimits im Umfeld von Kitas. 

„Damit Kinder sicher unterwegs sein können, braucht es Tempo 30 vor Kitas und Schulen, gute Fuß- und Radwegenetze, übersichtliche Straßenübergänge und längere Ampelphasen für Zufußgehende“, erklärt Päßler. Nicht nur Eltern, sondern auch Kitamitarbeitende wünschen sich mehr Unterstützung bei der Förderung aktiver Mobilität. „Gemeinsam mit Erzieher*innen, Eltern und Kommunen wollen wir mehr Bewegung in den Alltag von Kindern bringen – und bestehende Hürden abbauen.“ 

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Hintergrund: 
Das VCD-Projekt „Aktive Mobilität in Kitas und Kommunen – gemeinsam umweltschonend in Bewegung“ wird gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

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