VCD warnt vor Ozongefahr am Wochende

Tempolimits sowie Fahrverbote für Autos ohne Katalysator

Angesichts der stabilen Hochdruckwetterlage hat der Verkehrsclub Deutschland (VCD) die Bundesregierung aufgefordert, die Bevölkerung vor den erwarteten hohen Ozonwerten zu schützen. Es sei peinlich dass die Bundesregierung bei der Ozon-Problematik das Prinzip "Aussitzen" verfolge und die im Koalitionsvertrag angekündigte Neufassung des Ozongesetzes bis heute verschlafen hätte. Dadurch ständen bis heute keine wirksamen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung zur Verfügung, kritisierte die Geschäftsführerin des VCD Brigitte Kunze. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) sprechen bereits ab 120 Mikrogramm von Gesundheitsgefahren durch das Atemgift Ozon für Kinder und empfindliche Personen. Hohe Ozonwerte entstehen vorwiegend aus Autoabgasen bei ausgiebigem Sonnenschein.

Wichtig sei das rechtzeitige Kappen der Spitzenwerte, sagte Kunze. Langfristig müssten energische Schritte zur Verbesserung der Luftqualität das Ozonproblem bekämpfen. Kurzfristig könnten befristete Tempolimits und gegrenzte Fahrverbote für „alte Stinker ohne Kat“ die Ozonbelastung um zwölf Prozent senken. Je schneller ein Auto fährt, desto höher der Ausstoß insbesondere von Stickoxiden, der wichtigsten Vorläufersubstanz des Atemgiftes. Der VCD plädierte dafür, die Debatte um Tempolimits und Fahrverbote zu „entreizen, um die Bevölkerung wirkungsvoll vor den gesundheitlichen Schäden durch das Reizgas Ozon zu schützen“.

Als Eckpunkte für ein wirksames Ozongesetz nannte der VCD:

 Ab 120 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft: Warnung der Bevölkerung mit der Bitte freiwillig ihr Auto stehen zu lassen und auf Fahrrad oder Öffentlichen Verkehr umzusteigen. Gleichzeitig bei stabiler Hochdrucklage Tempolimits von 90/60 km/h (Pkw/Lkw).

 Ab 180 Mikrogramm und stabiler Hochdrucklage: Am Folgetag Fahrverbote für Autos ohne Katalysator - Aufhebung der Ausnahmeregelung für Urlauber und Pendler.

 Großflächige Unterteilung der Messgebiete in eine Nord- und Südhälfte. Ozonalarm, wenn an über 10 Prozent der Messstellen die Auslösewerte überschritten werden.

Rückfragen:
Daniel Kluge, VCD-Pressesprecher
(030) 280 47 11 - 2
(030) 280 47 11 - 7

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