VCD zu aktuellen Verkehrsopferzahlen des Statistischen Bundesamts
Die Zahl der bei Straßenverkehrsunfällen Getöteten steigt nach den heute veröffentlichten Angaben des Statistischen Bundesamtes im Februar 2006 erstmals seit über einem Jahr gegenüber dem Vorjahresmonat um 14 Prozent. Anlässlich der neuesten Zahlen kritisiert der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD), dass die Politik ihr Ziel verfehle, sichere Mobilität auf Deutschlands Straßen zu gewährleisten. Der im Grundgesetz Artikel 2 garantierten Unversehrtheit von Leib und Leben müsse größte Priorität eingeräumt werden. Hierzu setzt sich der Verband für die Stärkung des Umweltverbundes, d.h. für ein besseres Angebot von Bus-, Bahn- und Radverkehr ein. Ziel müsse es sein, das Verkehrsystem so zu gestalten, dass Unfallhäufigkeit und Unfallschwere deutlich zurückgehen. Die Geschwindigkeit hat dabei einen direkten Einfluss auf das Unfallgeschehen.
Hermann-Josef Vogt, stellvertretender VCD-Bundesvorsitzender: „Bei täglich 15 Toten und fast 1.200 Verletzten auf unseren Straßen sind alle denkbaren Maßnahmen zu ergreifen, um die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten so schnell wie möglich gegen Null zu bringen. Das Tempolimit auf Autobahnen ist eine davon.“
Thomas Kirpal, Referent für Verkehrssicherheit beim VCD bemängelt die undifferenzierte Aussage der Statistiken: „Der allgemeine Trend der bundesweit sinkenden Verkehrsopferzahlen in Deutschland ist seit Jahren positiv. Die angestiegenen aktuellen Verkehrsopferzahlen verdeutlichen hingegen, dass der allgemeine Trend der letzten Jahre noch nicht gesichert ist. Außerdem gibt es große regionale Unterschiede bei der Verkehrssicherheit. Die ostdeutschen Bundesländer Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen fallen in der Februarstatistik negativ auf. Sie müssen noch besondere Anstrengungen unternehmen, um die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle zu senken.“
Der Verband warnt vor der einseitigen Interpretation der bundesweiten Statistiken, die sich auf die Zahl der Verkehrstoten konzentrieren, während die Zahl der Schwerverletzten unbeachtet bleibt. Diesen Aspekt hatte im Jahr 2005 schon die Bundesanstalt für Straßenwesen bemängelt. „Im Jahr 2005 waren zwar acht Prozent weniger Verkehrstote zu verzeichnen. Die Zahl der Schwerverletzten konnte hingegen nur um drei Prozent gesenkt werden“, führt Kirpal weiter aus.
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