VCD zum Autogipfel: Industrie muss endlich E-Autos bauen – Regierung muss Mogelpackung E-Fuels begraben
„Wenn die deutschen Autohersteller im Wettbewerb mit Tesla und der chinesischen Konkurrenz bestehen wollen, müssen sie endlich liefern. Wo bleiben die kleinen, bezahlbaren E-Pkw, die Kanzler Scholz bereits Anfang September auf der IAA forderte? Noch immer ruhen sich die Konzerne auf E-Boliden im SUV- und Luxussegment aus, aber selbst dort schwächelt der Absatz.
Prognosen gehen angesichts der aktuellen Zulassungszahlen davon aus, das 2030 lediglich sieben bis acht Millionen E-Autos in Deutschland unterwegs sein werden – die Hälfte des angestrebten Ziels. Statt dieses Ziel herunterzuschrauben, müssen die Hersteller sich jetzt voll auf den Antriebswechsel konzentrieren und auch kleine E-Autos anbieten. Ihr Versuch, das schnelle Geld mit Verbrennern zu machen, passt nicht zu den Herausforderungen der Klimakrise.
Und die Regierung ihrerseits muss Steuern und Abgaben im Verkehr endlich am Klimaschutz ausrichten. Viele Länder in der EU machen es bereits vor: Sie fördern den Absatz von E-Autos quasi aufkommensneutral, indem sie die Kfz-Steuer um eine Bonus-Malus-Komponente ergänzen, die sich am CO2-Ausstoß bemisst und im Jahr der Neuanschaffung fällig ist. Der Bonus finanziert sich dann aus dem höheren Steuersatz für Spritschlucker.
Schluss machen muss die Regierung mit den Steuerprivilegien für Dienstwagen und Diesel. Diese fördern den Absatz großer und durstiger Edelautos und begünstigen vor allem Gutverdienende. Die Reform wäre nicht nur sozial gerecht, sondern würde dem Staat zusätzliche Milliarden an Einnahmen verschaffen – Geld, das gerade nach dem KTF-Urteil des Verfassungsgerichts dringend für den ökologischen Umbau gebraucht wird.
Darüber hinaus darf die Regierung, insbesondere die FDP, nicht weiter an E-Fuels im Straßenverkehr festhalten. Diese sind nicht mehr als eine Mogelpackung. E-Fuel-Verbrenner benötigen viel mehr Energie als E-Antriebe, und die E-Fuels selbst bleiben absehbar knapp und teuer. Sie werden in den Bereichen benötigt, die sich nicht elektrifizieren lassen. Dazu zählen Teile der Industrie – im Verkehr lediglich die Luft- und Schifffahrt. E-Fuels weiterhin als Lösung für Pkw und Lkw zu propagieren ist gefährlich: Sie konterkarieren das 15-Millionen-Ziel und schaden damit letztlich dem Klimaschutz.“
Zum Hintergrund: Wie der Einsatz von E-Fuels im Straßenverkehr im Detail zu bewerten ist, hat der VCD in seinem Faktencheck „E-Fuels im Straßenverkehr: Heilsbringer oder Mogelpackung?“ zusammengestellt.
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