VCD zur DB-Bilanz: Es bleibt viel zu tun
Die Zuwächse an Fahrgästen im Personenfernverkehr können nicht über den Nettoverlust von 1,3 Milliarden Euro und den Rückgang der Verkehrsleistungen im Schienengüterverkehr hinwegtäuschen. Der ökologische Verkehrsclub VCD erklärt zur Vorstellung der Geschäftszahlen der Deutschen Bahn AG für das Jahr 2015:
„Die Antwort auf die Verluste darf nicht heißen, weiter zu sparen. Seit vielen Jahren werden im Güterverkehr Investitionen reduziert, Gleisanschlüsse vernachlässigt, gestrichen. Der Güterverkehrsbereich wurde dadurch totgespart. Das ist ein völlig falsches Signal, sei es im Hinblick auf den neuen Bundesverkehrswegeplan, in dem der Verlagerung endlich Vorrang gegeben werden soll, sowie auch mit Blick auf die Klimaziele Deutschlands. Mit einem Rückbau ist keine Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene erreichbar“, kritisiert Michael Ziesak, VCD-Bundesvorsitzender.
Die Deutsche Bahn braucht im Güterverkehr eine Wachstumsstrategie, statt eines Streichkonzerts. Denn je weniger Zugangspunkte es gibt, desto weniger rentabel ist der Verkehr.
Zugleich geht ein deutlicher Aufruf an die Bundesregierung: Ebenso wie bei öffentlichen Straßen gilt es die Unterhaltung von Gleisanschlüssen zumindest zu unterstützen. Michael Ziesak: „Der Bund als Eigentümer muss angesichts der Verluste in Milliardenhöhe auf seine Dividenden verzichten, damit finanzieller Spielraum für ein Wachstum vorhanden ist. Zudem muss er ein stärkeres finanzielles Engagement zeigen, das gilt für den Erhalt und Kapazitätsausbau der Schieneninfrastruktur im Güter- wie auch Personenverkehr.“
Die Zunahme der Fahrgäste im Personenfernverkehr ist positiv zu bewerten. Aber auch hier bleibt viel zu tun und die Zeit von Ankündigungen und Versprechungen ist abgelaufen. Wenn die Deutsche Bahn im Personenverkehr langfristig erfolgreich sein will, dann muss die Qualität des Angebotes erhöht werden. „Die DB AG muss sich an echten Verbesserungen für die Fahrgäste messen lassen. Dazu gehört neben Pünktlichkeit, Anschlusssicherheit und gutem Zugmaterial auch ein Preis- und Tarifsystem, das die Reisenden verstehen. Fahrgäste müssen das gute Gefühl haben, einen fairen Preis zu zahlen“, so Ziesak weiter.
Der »VCD Bahntest 2015/2016«, veröffentlicht im Dezember 2015, hat deutlich gezeigt, Reisende wünschen sich einen günstigen Festpreis statt vieler Sonderangebote. Mit einfach verständlichen – das heißt entfernungsabhängigen – Festpreisen, statt Sonderrabattaktionen und Super-Sparpreisen, könnte diese Problematik gelöst werden. Die Preise wären verständlicher und transparenter.
Vor dem Hintergrund des negativen Wirtschaftsergebnisses für 2015 warnt der VCD vor einem „kopflosen Sparen“. Gleichzeitig ist die Bundesregierung aufgerufen endlich für faire Rahmenbedingungen zu sorgen. Die weiterhin bestehende Kostenungerechtigkeit muss beendet werden, dies ist Aufgabe der Politik.
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