VCD zur neuen Schienenstrategie: Taten statt Worte!
Der VCD begrüßt Evelyn Palla als neue DB-Chefin. Mit Ihr kommt eine Frau an die Spitze des Unternehmens, die vorher mit einigem Erfolg die DB Regio geleitet hat. Zugleich hat Palla auch einen Triebfahrzeug- und Busführerschein und damit praktische Erfahrungen. Sie will die Qualität zur Chefinnensache machen und Kundenzufriedenheit vorn anstellen. Wir schätzen diese Haltung und werden Frau Pallas Arbeit konstruktiv-kritisch begleiten.
Skeptischer sieht der VCD die neue Strategie von Minister Schnieder. Er will die Pünktlichkeit verbessern (auf 70 Prozent bis 2029), aber PDF-Dateien sind geduldig. Der Worte sind genug getauscht, wir wollen Taten sehen! Das gilt auch für die weiteren Ziele Sauberkeit, Sicherheit und mehr Kundeninformation. Das Verkehrsministerium muss dies von der DB einfordern bzw. da, wo es dem Gemeinwohl dient, mitfinanzieren. Interessant ist der Plan, den DB-Navigator bei der DB InfraGO anzusiedeln. Dies kann sinnvoll sein, wenn es gemeinwohlorientiert geschieht.
Auch die Verkleinerung der Vorstände von DB und DB InfraGO auf maximal sechs Personen kann helfen. Doch wichtiger wäre es, die Ziele und Boni des Vorstandes auf die Zufriedenheit der Fahrgäste und die Pünktlichkeit auszurichten.
Nun soll sich die DB auf Ihre Kernaufgaben konzentrieren und bis 2026 eine Strategie vorlegen, wie sie effizienter wird. Das ist grundsätzlich richtig, doch das Verkehrsministerium darf dabei nicht an der Seitenlinie stehen und zuschauen. Es muss steuernd eingreifen, um mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Dieser Aspekt fehlt in dem Schnieder-Papier völlig.
Ohne den Aus- und Neubau von Strecken wird eine Trendwende nicht möglich sein. Auch der Deutschlandtakt als Ziel der langfristigen Planung ist so nicht erreichbar. Dessen Finanzierung ist weiter offen, was so nicht bleiben darf. Der angekündigte Eisenbahn-Infrastrukturfonds und die gesetzliche Verankerung des Infraplans müssen kommen, und zwar rasch.

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