Verkehrsgerichtstag lehnt Tempolimit ab
Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) kritisiert die heutige Entscheidung des Verkehrsgerichtstags in Goslar gegen ein generelles Tempolimit scharf. Eine entsprechende Empfehlung sei von den Verkehrsjuristen mit knapper Mehrheit abgelehnt worden. Stattdessen hätten sie den Ausbau von Verkehrsbeeinflussungsanlagen auf Autobahnen vorgeschlagen. Dies reiche nach Ansicht des VCD jedoch nicht aus, um Deutschlands Straßen sicherer zu machen. Für eine schnelle und wirksame Reduzierung der Verkehrsunfälle mit Todesfolge seien flächendeckende Tempolimits unabdingbar.
Hermann-Josef Vogt vom VCD-Bundesvorstand: „Der Verkehrsgerichtstag hat eine wichtige Chance für mehr Sicherheit vertan. Die Entscheidung der Experten ist vor allem deshalb völlig unverständlich, da sie sich eigentlich über die positiven Auswirkungen von Tempolimits einig sind. So konnten sie denn auch nicht begründen, warum es keine Tempolimits geben soll. Hier scheint die Autolobby, die auf dem Verkehrsgerichtstag gut vertreten war, ganze Arbeit geleistet zu haben.“
Der Ausbau computergestützter Leitsysteme, den der Verkehrsgerichtstag nun empfehle, sei teuer und würde sehr lange dauern. Ein Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen könne hingegen kostengünstig und sofort umgesetzt werden.
Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „55 Prozent der Deutschen sind laut jüngsten Emnid-Umfragen für ein Tempolimit. Wir fordern die Bundesregierung auf, dieser Stimme und nicht den Empfehlungen des Verkehrsgerichtstages zu folgen.“
Ein gutes Bus- und Bahnangebot, mehr Platz für Fahrräder, spritsparende Autos, mehr Sicherheit für Kinder: So sieht nachhaltige Mobilität für den Verkehrsclub Deutschland aus. Um diese Vision zu verwirklichen, wurde der VCD e.V. 1986 gegründet. Seitdem haben umweltbewusste mobile Menschen eine Alternative zu den herkömmlichen Automobilclubs und die Verkehrspolitik ein ökologisches Korrektiv. Derzeit unterstützen 63000 Mitglieder und Förderer den VCD.
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