Was nicht in Fahrt kommt gehört beendet
Berlin, 26. April 2012. Bundesweit und umweltfreundlich, das waren Worte mit denen Bundesverkehrsminister Ramsauer für den Feldversuch mit Gigalinern warb. Doch gut zwei Monate nach dem offiziellen Startschuss kommen die Riesen-Lkw weiterhin nicht in Fahrt. Noch bevor der Test tatsächlich gestartet ist, scheint er gescheitert.
Die Mehrheit der deutschen Bundesländer erkannte schnell, Gigaliner sind weder umweltfreundlich noch verkehrspolitisch sinnvoll. Heute beteiligen sich lediglich sieben von 16 Bundesländern am Feldversuch. Und gerade einmal elf Fahrzeuge sind aktuell auf Tour. Am heutigen Donnerstag will das Bundesverkehrsministerium retten was noch zu retten ist. Zur Pressebegegnung sind Speditionen, Ländervertreter und Wirtschaftsverbände eingeladen. Für den ökologischen Verkehrsclub VCD ein Termin, auf dem das Ende des Feldversuches besiegelt werden sollte.
Michael Ziesak, VCD-Bundesvorsitzender: „Die geringe Teilnahmebereitschaft der Speditionen an dem Feldversuch beweist, dass er unnötig ist. Bundesverkehrsminister Ramsauer sollte einen Schlussstrich darunter ziehen und sich vielmehr der stärkeren Verlagerung von Transporten auf die umweltfreundlichere Schiene zuwenden. Um den zunehmende Güterverkehr bewältigen zu können, ist der gezielte Ausbau des Schienennetzes und der Abbau von Engpässen erforderlich.“
Widerstand gegen die Gigaliner regt sich zudem in der Bevölkerung. Am 5. März startete der VCD die Protestaktion »Schluss mit den Tricks, Herr Ramsauer: Keine Gigaliner! Nirgends.« Im Internet unter <link https: www.vcd.org keine-gigaliner.html>www.vcd.org/keine-gigaliner.html wurden Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, eine Protest-Mail an Verkehrsminister Ramsauer zu senden. 1064 Menschen taten dies bereits. Ihre Namen verdeutlichen, die Bevölkerung ist gegen den Einsatz von Gigalinern.
„Die überdimensionierten Lkw sind gefährlich für andere Verkehrsteilnehmer, sie bedeuten weniger Platz auf den Straßen und sie sind teuer, weil die Straßeninfrastruktur ihren Massen angepasst werden muss“, betont Heidi Tischmann, Referentin für Verkehrspolitik beim VCD.
Ein weiterer Grund für das Engagement des VCD gegen eine generelle Zulassung von Gigalinern in Deutschland und Europa ist, dass durch den Einsatz der Gigaliner das Transportaufkommen auf den Straßen zunehmen würde. „Das ist verkehrspolitisch unsinnig und umweltpolitisch schädlich“, so Tischmann.
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