Wem gehört die Straße?

VCD-Magazin fairkehr entwirft Bild der menschengerechten Stadt

Berlin, 19. August 2013. Straßen, die Sicherheit bieten und interessant wirken – die zu Lebensräumen werden, da sie lebendig sind und alle Straßennutzer gleichberechtigt unterwegs sein können: Auto-, Fahrradfahrende und Fußgänger. Diese Vorstellung war vor hundert Jahren nicht so realitätsfremd. Doch dann wurden die Autos immer mehr und der Mensch nach und nach an den Straßenrand gedrängt. Das aktuelle VCD-Magazin fairkehr beginnt sein September-Schwerpunktthema mit einem Blick in die Vergangenheit der Städte, um anschließend das Bild neuer, menschengerechter Metropolen entwerfen zu können.

Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Alltagswege kürzer, die Städter bewältigten viel zu Fuß, Kinder konnten vor der Tür spielen. Das Auto änderte dies schlagartig. Die Stadt verwandelte sich in einen funktionalen Lebensraum. Die Menschen verloren Raum.

Nun dreht sich das Stadtbild erneut. Unter den Begriffen Shared Space beziehungsweise Begegnungszone wird die Idee des gleichberechtigten Miteinanders im Verkehr, bei einem stadtverträglichen Tempo, neu diskutiert. Verbunden mit dem Ziel, den Menschen zurück in den Mittelpunkt der Lebensräume zu holen. Beide Stadtkonzepte verwenden jedoch verschiedene Mittel, um dieses Ziel zu erreichen. Im Shared Space sind alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt, in der Begegnungszone hingegen haben Menschen Vortritt gegenüber Autos. Mit einfachen gestalterischen Mitteln, an manchen Orten ohne Straßenschildern und Ampeln, setzen sie einen Wandel der Mobilität in Gang, der das Verhältnis Auto-Mensch nachhaltig umdenkt und neu verankert. Entscheidend dafür: die gegenseitige Rücksichtnahme muss wieder neu gelernt werden.

Den Erfolg der Konzepte belegen Praxisbeispiele aus einigen europäischen Ländern wie der Schweiz, Österreich und Frankreich. Auch in Deutschland tut sich einiges, obwohl Kommunen bei der Umsetzung auf individuelle Lösungen angewiesen sind. Darüber berichtet die fairkehr in einem Interview mit dem Verkehrsplaner Michael Frehn.

Doch nicht nur Shared Space trägt zu einer stadtverträglichen Mobilität bei. Die Entschleunigung des Verkehrs ist gleichermaßen wichtig. Durch eine bewusste Mischung der Verkehrsarten und Geschwindigkeitsbegrenzungen, insbesondere Tempo 30, lässt sich der Verkehrsfluss so steuern, dass er zu einer Entspannung beiträgt. Die bedeutendsten Kampagnen der Nichtregierungsorganisationen für eine Temporeduzierung stellt die aktuelle fairkehr vor.

Und wenn es schon um das gleichberechtigte Miteinander geht, soll das Auto auch nicht zu kurz kommen. Darum unser abschließender Hinweis: Mit der fairkehr 4/2013 ist zeitgleich die VCD Auto-Umweltliste 2013/2014 erschienen.

Für 5,90 Euro Bearbeitungs- und Versandkostenpauschale kann die VCD Auto-Umweltliste 2013/2014 bestellt werden: VCD-Versandservice, Heinrich-Sommer-Straße 13, 59939 Olsberg, Tel.: 02962/845865, Fax: 02962/800155, E-Mail bestellung@vcd.org.
Journalisten erhalten das Umweltranking
als Rezensionsexemplar kostenfrei.

Rückfragen:

Anja Smetanin, VCD-Pressesprecherin • Fon 030/280351-12 • Fax -10 • presse@vcd.org

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