Italo in Deutschland

Wettbewerb auf der Schiene muss den Fahrgästen zugutekommen – Deutschlandtakt voranbringen!

Die Bundesnetzagentur hat Stellungnahmen zu ihrem Vorschlag eingeholt, wie der Wettbewerb im Schienenfernverkehr künftig zu regeln ist. Hintergrund ist der Plan des italienischen Bahnunternehmens Italo, künftig Expresszüge in Deutschland anzubieten. Der ökologische Verkehrsclub VCD unterstützt den Wettbewerb auf der Schiene, dieser darf jedoch nicht zu Lasten der Fahrgäste gehen: Ziel muss es sein, dass die Bahn mehr Güter und Fahrgäste transportieren kann und der Deutschlandtakt vorankommt.

„Der deutsche Bahnmarkt wird für Wettbewerber wie Flixtrain und Italo zunehmend interessant,“ sagt der VCD-Bundesvorsitzende Matthias Kurzeck. „Das ist gut so. Der aktuelle Rechtsrahmen muss so genutzt werden, dass der Wettbewerb den Kunden zugutekommt und das Gesamtangebot wirklich besser wird.“ 

Um das sicherzustellen, fordert der VCD:

  1. Ein Taktverkehr (jede zweite Stunde, immer zur gleichen Abfahrtsminute) muss die Fahrgastbedürfnisse abdecken und deshalb länger laufen als nur an den lukrativsten Zeiten tagsüber. Die Bundesnetzagentur hat vorgeschlagen, dass es mindestens vier Abfahrten im Zweistundentakt (z.B. um 9, 11, 13 und 15 Uhr) geben muss. Doch das verhindert keine Rosinenpickerei. Für einen fahrgastfreundlichen Taktverkehr muss es mindestens 10 Abfahrten im Zweistundentakt geben.
  2. Der Taktverkehr muss genau eingehalten werden, um Anschlüsse zum Regional- und Fernverkehr herzustellen. Dabei sollen die Zielzeiten des Deutschlandtakts bzw. die des bestehenden ICE-Netzes als Orientierung gelten. Alle Städte, in denen die Fernzüge derzeit halten, müssen angebunden bleiben.

„Die Bundesregierung muss handeln, denn die Bundesnetzagentur kann sich nur an die bestehenden Gesetze halten,“ fordert Kurzeck. So könne man etwa lukrative mit weniger lukrativen Strecken gemeinsam ausschreiben, um eine faire Vergabe sicherzustellen. „Die Regierung muss Rosinenpickerei verhindern. Unternehmen sollen sich nicht nur die lukrativsten Strecken raussuchen oder nur Kernzeiten bedienen dürfen. Das würde das Angebot im Bahnnetz für die Kunden verschlechtern statt verbessern. In den stark genutzten Knoten müssen die Zeiten von 6 bis 22 Uhr vollständig abgedeckt werden, der erste Zug also vor 6:00 Uhr abfahren und der letzte nach 22 Uhr. Nur so kann das Gesamtangebot durch den Wettbewerb wirklich besser werden.“

„Eine Lösung wäre der Deutschlandtakt“, ergänzt Alexander Kaas Elias, bahnpolitischer Sprecher beim VCD. „Er nutzt die Infrastruktur optimal, der gesamte Bahnverkehr bekommt abgestimmte Fahrpläne.“ Doch ist es ruhig geworden um den Deutschlandtakt; für die nötige Engpassbeseitigung stellt die Bundesregierung das Geld nicht ausreichend planbar zur Verfügung. 

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