„Wir machen den Parkplatz zur Bühne!“: VCD startet Veranstaltungsformat 12qmKULTUR erstmals bundesweit

Mit seiner Veranstaltungsreihe 12qmKULTUR zeigt der VCD, wie der öffentliche Raum stärker für Menschen statt für Autos genutzt werden kann. Nach dem erfolgreichen Auftakt im vergangenen Jahr in Berlin wird das Veranstaltungsformat dieses Jahr auch in anderen Städten durchgeführt. Den Anfang machen Ludwigsburg, Celle und Bremen.

Kultur erleben, wo sonst ein Auto parkt: Mit der Veranstaltung 12qmKULTUR zeigt der VCD, wie sich Parkplatzflächen im öffentlichen Raum anders und sinnvoller nutzen lassen, als nur zum Abstellen eines Pkw. In mehreren Städten in Deutschland sind Veranstaltungen geplant, bei denen Anwohner ihre Visionen teilen können, wie man frei gewordene Flächen nutzen kann, wenn man die Anzahl der Autos auf der Straße deutlich reduzieren würde. Neben einem bunten Programm mit Live- Musik, Tanz oder Diskussionsrunden können die Teilnehmer gemeinsam Ideen für eine gerechtere Flächenaufteilung und lebenswerte Straßen bis hin zu autofreien Innenstädten entwickeln.

Tanja Terruli, Projektleiterin „Straßen für Menschen“: „Bei unseren Veranstaltungen können die Leute gemeinsam ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Und sie sind oft überrascht, was man auf wenigen Quadratmetern alles veranstalten kann. Wir haben uns daran gewöhnt, dass unsere Straßen mit Autos zugeparkt sind, deshalb wollen wir zeigen, dass es auch anders geht, wenn man nur will. Wir machen den Parkplatz zur Bühne!“

Solange Autos unsere Städte dominieren, verdrängen sie das gesellschaftliche Leben aus dem Straßenraum. Erst durch eine attraktive Gestaltung mit vielen Grünflächen und mehr Platz für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen kehrt das Leben auf die Straße zurück und die Lebensqualität in der Stadt steigt. Deshalb macht sich der VCD für die Rückeroberung der Straße stark und schafft damit die Basis für lebenswerte Städte.

Auftakt der Veranstaltungsreihe ist am 29. August 2020 in Ludwigsburg, in der Region großer Automobilhersteller und -zulieferer. Dort sperrt der VCD temporär zwei Parkplätze, die drei Stunden lang allen Menschen frei zur Verfügung stehen. Auf eine große Stellwand wird dann die Straße projiziert, und alle Anwohner können darauf ihre Vision für eine lebenswertere Umgebung malen oder schreiben.

Am 5. September folgen die Städte Celle in Mitteldeutschland und Bremen im Norden. In Celle steht die Forderung nach einer autofreien Innenstadt im Mittelpunkt, die auch von Politikern verschiedener Parteien erhoben wird. Die Stadt will deshalb mit 12qmKULTUR einerseits zum Dialog einladen, andererseits zu einer zügigen Umsetzung dieses Vorhabens auffordern.

Auch in Bremen wird diskutiert, ob die Innenstadt zwischen Hauptbahnhof, Rembertiring, Sielwall, Westerstraße und Stephaniquartier autofrei werden soll. Und über eine neue Stellplatzverordnung wird ebenfalls debattiert. Der VCD greift beide Themen auf und präsentiert sich mit 12qmKULTUR an einem Aktionstag im Rahmen der Openspace-Reihe zum Thema "Mobilität und Nachhaltigkeit" auf dem Domshof. Die zentrale Frage dabei lautet, wie die Bremer Verkehrskonzepte von morgen aussehen sollen.

An allen drei Standorten möchte der VCD mit den Besucher*innen ins Gespräch kommen und erfahren, wie sie 12qm Stadt gestalten und nutzen würden, wenn kein Pkw diesen Raum 23 Stunden am Tag blockieren würde.

 

Das Projekt:
Das Projekt »Straßen für Menschen« des ökologischen Verkehrsclub VCD fördert das bürgerschaftliche Engagement für die Verkehrswende. Der Fokus liegt dabei auf der Rückeroberung der Straße für eine flächengerechte Verteilung des öffentlichen Raums unter den Verkehrsteilnehmenden und mehr Lebensqualität in der Stadt.
Mit 12qmKULTUR möchte der VCD auf die ungerechte Flächenverteilung im Straßenraum aufmerksam machen und Alternativen zur autogerechten Stadt aufzeigen. Mit den Anwohner*innen vor Ort möchte der VCD die Straße zurückerobern, um gesellschaftliches Leben dort hin zurückzubringen, damit sich Menschen treffen können, wo heute zahllose Autos unsere Straßen verstopfen.
Das Projekt Straßen für Menschen wird von PHINEO im Rahmen der Initiative Mobilitätskultur gefördert.


Pressekontakt:
Franziska Fischer, Pressesprecherin VCD • 0171/60 52 409 • presse@vcd.orgwww.vcd.org Twitter: @VCDeV 
 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.


 

 

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