Zu Abgastests an Menschen und Affen durch VW, BMW und Daimler: Bundesregierung muss unkontrollierte Großversuche in unseren Städten stoppen

Berlin, 29. Januar 2018. Nicht nur Affen, sondern auch Menschen wurden laut Medienberichten bei Abgasversuchen dem Reizgas Stickstoffdioxid (NO2) ausgesetzt. Hinter den Tests steht die "Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor" (EUGT), die von Daimler, VW, BMW und dem Autozulieferer Bosch gegründet wurde. Die Abgasversuche an Menschen und Affen kommentiert der VCD wie folgt:

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD:  „Das, was die Autohersteller den Menschen in den Städten, den Autofahrern und nun auch noch Testpersonen und Versuchstieren zumuten, ist haarsträubend. Die Versuche, die an Affen und an Menschen unternommen wurden, waren völlig überflüssig, da die toxische Wirkung von Stickstoffdioxiden damals schon längst bekannt war. Die „Versuchsobjekte“ wurden nach den vorliegenden Medienberichten kurzzeitig mit hohen NO2-Dosierungen belastet, dabei ist bei NO2 die dauerhafte Belastung viel entscheidender.

Viel skandalöser als die Tier- und Menschenquälerei in den Laboren ist jedoch der unkontrollierte Großversuch an allen Menschen in unseren Städten, die mit illegal erzeugtem Atemgift aus Diesel-Fahrzeugen – weit über dem zulässigen Grenzwert – belastet werden. Die große Koalition hat bisher noch keine wirksamen Maßnahmen gegen die enorme Schadstoffbelastung in den Städten beschlossen. Statt sich weiter zum Bettvorleger der Autoindustrie zu machen, müssen CDU, CSU und SPD endlich dem betrügerischen, gesundheits- und klimaschädlichen Treiben von VW, BMW und Daimler ein Ende bereiten. Die im Vergleich zum Benzin deutlich niedrigere Energiesteuer auf Diesel gehört abgeschafft, es braucht Hardware-Nachrüstungen für Dieselfahrzeuge auf Kosten der Autohersteller und die blaue Plakette.“

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