Zur Bilanz der Deutschen Bahn AG
Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) begrüßt den guten Jahresabschluss der Deutschen Bahn AG (DB) für das Jahr 2008, den Bahnchef Hartmut Mehdorn heute auf der Bilanzpressekonferenz in Berlin vorstellte. Die Fahrgastzahlen seien im Regional- und besonders im Fernverkehr angestiegen und hätten damit die Verluste in der Güterverkehrssparte abgefedert. Angesichts dieser Resultate fordert der Umwelt- und Verbraucherverband die DB AG auf, sich auf das zu konzentrieren, was die Bahn attraktiv mache – ihre Fahrgäste flächendeckend bequem, kostengünstig, sicher und umweltfreundlich zu befördern.
„Ein gutes Ergebnis der Deutsche Bahn AG ist nur dann ein gutes Ergebnis für den Verkehrsträger Schiene und die Steuerzahler, wenn mit den erwirtschaf¬teten Mitteln die hiesige Infrastruktur und das Angebot für alle Kunden verbessert wird”, kommentiert der VCD-Bundesvorsitzende Michael Gehrmann. „Angesichts von Wirtschaftskrise und Klimaerwärmung steigen immer mehr Menschen vom Auto auf die preiswertere und umweltfreundlichere Bahn um. Das darf aber kein Freifahrschein für das Unternehmen sein, die Preise weiter zu erhöhen.“ Der VCD fordere daher von der Bahn, auf eine Erhöhung der Ticketpreise zu verzichten – auch angesichts der zuletzt gefallenen Energiepreise. Gehrmann: „Wir erwarten von der DB AG, sich wieder auf ihr Kerngeschäft – einen für alle Kunden attraktiven Personen- und Güterverkehr auf der Schiene – zu besinnen, statt auf weltweite Expansion zu setzen.“
Erwartungsgemäß gingen die Aufträge im Güterverkehr und der internationalen Logistik zurück. „Der Einbruch in der Gütersparte aufgrund der Wirtschaftskrise muss jetzt genutzt werden, um die bestehende Bahninfrastruktur zu ertüchtigen und so die Bedingungen für den Schienengüterverkehr zu verbessern“, fordert VCD-Verkehrsreferentin Heidi Tischmann. Statt sich in die Abwärtsspirale von Angebotskürzung und sinkender Nachfrage zu begeben, seien intelligente Konzepte gefragt, um mehr Kunden auf die Schiene zu locken und dadurch die Auslastung zu verbessern. „Die Politik muss Voraussetzungen schaffen, um Kostengerechtigkeit zwischen den Verkehrsträgern herzustellen und mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen. Dazu gehört unter anderem eine Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Lkw ab 3,5 Tonnen und auf das gesamte Straßennetz und die schrittweise Anhebung auf durchschnittlich 45 Cent pro gefahrenen Kilometer.“
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