Ökobilanz Auto

Neues kaufen oder altes Weiterfahren?

Ab wann ist es ökologisch sinnvoll ein älteres Fahrzeug gegen ein neues, umweltverträglicheres einzutauschen? Der VCD hat Fakten zusammengetragen, die bei der Entscheidungsfindung hilfreich sind.

Frau beim Autokauf
Quelle: vzbv/Gloger

In den Gebieten Ressourcenverbrauch und Stoffstromanalysen arbeitende Wissenschaftler empfehlen, das aufwendige Produkt Auto so lange wie möglich zu nutzen. Denn bei der Gewinnung der zu seiner Herstellung nötigen Rohstoffe entstehen erhebliche Umweltschäden, seine Produktion ist energieintensiv und in den Produktionshallen werden zahlreiche problematische Stoffe eingesetzt.

Mediziner, die sich mit der Gesundheit der Menschen in Ballungsgebieten beschäftigen, würden hingegen die sofortige Verschrottung jedes Dieselfahrzeugs fordern, das nicht mit einem Partikelfilter ausgerüstet werden kann.

Betrachtet man vorwiegend den Ausstoß von treibhauseffektantreibenden Klimagasen, dann stehen der Kraftstoffverbrauch während der Nutzung des Fahrzeugs auf der Straße sowie der Energieverbrauch bei dessen Herstellung im Zentrum der Überlegungen.

Der VCD hat Fakten zu diesen Fragen zusammengetragen und bewertet, um eine Entscheidungshilfe zu bieten. Hier die wichtigsten Ergebnisse:

  • Aus Gründen des Klimaschutzes und der Schonung der Energievorräte ist es sinn­voll, ein Altauto, das einen hohen Kraftstoffverbrauch hat, durch ein Fahrzeug mit deutlich niedrigerem Verbrauch zu ersetzen.
  • Irgendwann wird bei älteren Gebrauchtwagen ein Austausch-Katalysator fällig. Im Internet werden Austauschkatalysatoren angeboten, die so billig sind, dass ihr Preis unter dem Wert der Edelmetalle liegt, der für eine zuverlässige Wirkung des Katalysators notwendig ist. Seit 2013 gibt es für zuverlässige Austausch-Kats das Umweltzeichen »Blauer Engel«. Kaufen Sie nur Katalysatoren mit dem blauen Engel. Achten Sie darauf, dass die Werkstatt einen Katalysator mit dem Umweltzeichen einbaut. Eine Übersicht über die Anbieter finden Sie hier.
  • Wenn Sie einen Euro1 oder Euro2-Diesel-Pkw ohne Partikelfilter besitzen, bleibt aus ökologischen und ökonomischen Gründen eigentlich nur die fachgerechte Entsorgung. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind diese Pkw kaum noch etwas wert. Wenn Sie einen Euro3-Diesel besitzen, sollten Sie ihn, falls noch nicht geschehen, möglichst schnell mit einem Rußpartikelfilter nachrüsten. Das ist Voraussetzung für die grüne Plakette. Inzwischen darf man viele Städte ? wie Berlin, Bremen und Leipzig ? nur mit einer grünen Plakette befahren. Im Juli 2014 schließen sich 20 Umweltzonen in Nordrhein-Westfalen zur flächenmäßig größten Umweltzone zusammen.
  • Wenn Sie einen Partkelfilter nachrüsten wollen, dann finden Sie hier eine Datenbank, in der Sie zielgenau das Angebot für Ihr Auto suchen können.
  • Bitte rechnen Sie genau, die Steuersätze variieren erheblich: bei gleich großem Hubraum zahlt man für einen Benziner ohne Katalysator gegenüber einem Pkw mit moderner Abgasreinigungstechnik fast den vierfachen Steuersatz. Beim Diesel beträgt der Steuersatz immerhin das Dreifache.

Gerd Lottsiepen

Verkehrspolitischer Sprecher
Fon 030/28 03 51-11
gerd.lottsiepen@vcd.org