Reale Verbrauchsmessungen

Spritverbrauch im Labor und in der Realität

Die Schere zwischen Herstellerangaben und Realität beim Verbrauch und Schadstoffausstoß von Fahrzeugen geht seit dem Jahr 2001 immer weiter auseinander. Das ist Betrug der Automobilindustrie an den Verbrauchern und eine Gefahr für Umwelt und Klimaschutz.

Quelle: TÜV SÜD

News-Ticker

26.4.2016: Ergebnisse der Nachmessungen - Was Verbraucher jetzt wissen müssen

Mit den Untersuchungsergebnissen von 53 in Deutschland besonders beliebten Dieselfahrzeugen steht es seit vergangenen Freitag offiziell fest: nicht nur VW-Fahrzeuge sondern Pkw anderer Hersteller überschreiten die Stickoxidgrenzwerte um ein Mehrfaches. Was bedeutet das für die Halter von Dieselfahrzeugen? Der VCD bringt Licht ins Dunkel und erläutert die möglichen Konsequenzen aus Verbrauchersicht.

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11.3.2016: VCD klagt das Schweigen und Nichthandeln der Bundesregierung auf das Schärfste an

Es wird gemessen und gemessen statt endlich darüber zu informieren, was die Nachtests in Deutschland zeigen und wie man gedenkt die daraus notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Mit dem Rückruf der VW-Pkw, die eine Manipulationssoftware installiert haben, ist es nicht getan. Notwendig ist vielmehr eine schnelle strukturelle Änderung, wie Fahrzeuge zugelassen und die Emissionen gemessen werden. 

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2.3.2016: Expertenworkshop der Umweltministerkonferenz

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD, ist am 2. März 2016 zum Expertenworkshop der Umweltministerkonferenz geladen. Das Thema: Der Abgasskandal. Die Position, die er für den VCD vertritt ist deutlich:

  • Emissionstests und Verbrauchsmessungen müssen vom Labor auf die Straße
  • EU muss ambitionierte Grenzwerte setzen - Deutschland muss dabei der Motor sein
  • Städte müssen umsteuern und die Verkehrswende angehen
  • Aktuell können wir Diesel-Pkw Verbraucher/-innen nicht zum Kauf empfehlen

17.2.2016: Immer noch keine Ergebnisse der Nachmessungen

Im Herbst letzten Jahres hatte Alexander Dobrindt schonungslose Aufklärung im Abgasskandal versprochen. Bis heute ist nichts von dem geschehen. Zwar wurden Nachmessungen bei über 50 verschiedenen Pkw-Modellen angeordnet, die Ergebnisse dieser Messungen, die unter der Regie des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) vorgenommen wurden, sind aber nicht bekannt. Lediglich mit den Autoherstellern wird beraten – hinter verschlossenen Türen.

15.2.2016: Dopingkontrolle für Autos

Vorschlag des Bundesverkehrsministers Alexander Dobrindt: Autos sollen nach dem Zufallsprinzip von der Straße genommen und analog zu Dopingkontrollen im Sport auf ihre Abgaswerte geprüft werden. Der VCD begrüßt diesen Ansatz, entspricht er doch einer seit Monaten aufgestellten Forderung. Nur leider ist zu befürchten, dass es sich auch in diesem Fall um ein leeres Sonntags-Versprechen handelt. mehr

3.2.2016: EU-Abstimmung zu Schadstoffmessungen bei Pkw

Selbst in der Krise hat es die Autoindustrie in Brüssel geschafft so zu lobbyieren, dass der geltende Grenzwert für den Schadstoffaustoß NOx für Pkw aufgeweicht wird. Im EU-Parlament stimmten die Abgeordneten zwar für die schnelle Einführung von RDE, dem Test im realen Fahrbetrieb, aber kombiniert mit einem hohen Korrekturfaktor auf den geltenden Grenzwert. mehr

27.01.2016: EU-Kommission veröffentlicht Vorschlag für verschärfte Prüfvorschriften

Die EU-Kommission schlägt eine grundlegende Überarbeitung des derzeit stark in der Kritik stehenden Systems, wie Autos getestet und zugelassen werden vor. Die Vorschläge sehen u.a. vor, die Unabhängigkeit und Qualität der Prüfungen zu verbessern, eine Marktüberwachung bereits im Betrieb befindlicher Fahrzeug sowie strengere Sanktionen einzuführen. Darüber hinaus soll die EU-Kommission die Oberaufsicht erhalten und selber Nachprüfungen anordnen können. Damit sind wesentliche Forderungen des VCD und der anderen Umweltverbände aufgegriffen. Nun kommt es darauf an, dass die Veränderungen auch im Gesetzgebungsprozess zwischen Europaparlament und Mitgliedsstaaten beschlossen werden. Der VCD wird sich für die ambitionierte Ausgestaltung einsetzen.

26.1.2016: Schlichtungsstelle für Autokauf

Die Forderungen von Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz Heiko Maas, Verbraucherinnen und Verbraucher gegenüber Autoherstellern besser zu schützen, gehen in die richtige Richtung. Dazu gehört der Vorschlag für eine Schlichtungsstelle, über die Meinungsverschiedenheiten zwischen Autokäufern und -herstellern außergerichtlich geregelt werden können. Zusätzlich müssen aber auch Musterfeststellungsklagen, oder einfach Sammelklagen, die in den USA Verbraucher schützen, auch in Deutschland eingeführt werden. Diese guten Vorschläge dürfen aber nicht von der Aufklärung und endlich einer effektiven Kontrolle der Abgaswerte ablenken. mehr

25.1.2016: Kontrolle der Zulassungsdaten durch das Umweltbundesamt

Bundesminister Heiko Maas fordert, die Rolle des Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zu überdenken. Aus Sicht des VCD muss das letztendlich heißen, dass statt des KBA das Umweltbundesamt bei der Kontrolle der Pkw-Abgaswerte im Realverkehr eingesetzt wird.

Die EU-Kommissarin Elzbieta Bienkowska nannte das deutsche Zulassungsverfahren „lächerlich“, forderte die Entmachtung des KBA durch eine EU-Behörde und für die Zukunft eine Strafe von 30.000 Euro pro Fahrzeug für Abgasmanipulationen. 

15.1.2016: Studien belegen erhöhte Schadstoff- und Verbrauchswerte bei Pkw

Erneut weist das Internationale Forschungsinstitut ICCT in einer Kurzstudie nach, dass die in Europa meistverkauften Pkw-Modelle mehr verbrauchen als von den Herstellern angegeben. Die 20 beliebtesten Pkw weisen in der Realität einen im Schnitt um 40 Prozent höheren Verbrauch und CO2-Ausstoß auf. Doch dass es die Abweichungen zwischen Realität und Angaben der Autohersteller gibt, ist nicht neu, auch nicht, dass die Abweichungen zum CO2-Ausstoß und dem Kraftstoffverbrauch zunehmen. Umso mehr erstaunt die überraschte Haltung der deutschen Politiker. mehr

17.12.2015: Umweltverbände legen Konzept für ein modernes Typzulassungsverfahren vor

Als Reaktion auf die von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt vorgestellten Maßnahmen zur Reformierung des Typzulassungsverfahrens für Pkw haben führende Umwelt-, Verkehrs- und Verbraucherschutzverbände ein gemeinsames Konzept zur Modernisierung der Genehmigungspraxis vorgestellt.

Das Konzept der Verbände zur Zulassung von neuen Fahrzeugmodellen sieht in Anlehnung an das US-amerikanische Modell eine Kombination aus Herstellererklärung, unabhängigen Kontrollmessungen im realen Fahrbetrieb und empfindlichen Sanktionen bei Verstößen vor. Dieses Modell der Typzulassung sollte die Voraussetzung dafür sein, dass Automobilhersteller neue Fahrzeugmodelle in Serie produzieren und auf den europäischen Markt bringen können. mehr

Spätestens seit dem VW-Skandal im September 2015 ist der breiten Öffentlichkeit klar, dass Autohersteller bei Abgastests betrügen. Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) hatte den VW-Konzern überführt, bei Diesel-Fahrzeugen eine Software in die Bordelektronik zu integrieren und die Messwerte des offiziellen Abgastests zu manipulieren. Die Software erkennt, wann der Abgastest erfolgt und sorgt dafür, dass der Motor in dem Moment im optimalen Kernfeld läuft und das Auto sauber fährt. Im Realverkehr sind Emissionen des gesundheitsschädigenden Stickstoffoxids bis zum 25-fachen pro Kilometer höher. Dieses Vorgehen ist illegal und gefährdet darüber hinaus die Gesundheit von Menschen und die Umwelt.

Realitätsferne Verbrauchsangaben der Autohersteller auch beim CO2- und Spritverbrauch

Aber nicht nur bei den Abgasen manipulieren Autohersteller die Messwerte, sondern auch beim Klimagas CO2 und damit beim Spritverbrauch. Nach aktuellen Zahlen des Europäischen Dachverbands der Umwelt- und Verkehrsverbände Transport & Environment (T&E) von September 2015 liegen die CO2-Emissionen und Verbräuche neuer Pkw in Europa durchschnittlich um 40 Prozent höher als die offiziellen Herstellerangaben. Im Jahr 2001 betrug die Abweichung noch 8 Prozent. Bis heute hat sie sich also verfünffacht.

Vor allem seit dem Beschluss der EU im Jahr 2008, CO2-Grenzwerte für Autos festzulegen, hat sich die Lücke zwischen Herstellerangaben und Realverbrauch immer mehr vergrößert. Mit der Folge: nur ein Drittel der von den Herstellern zwischen 2008 und 2014 proklamierten Verbrauchsminderungen fand auch tatsächlich auf der Straße statt. Die Verbräuche und CO2-Werte von Neufahrzeugen werden im sogenannten Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) gemessen. Dieses Verfahren gilt seit 1996 und legt die Prüfbedingungen und Geschwindigkeitsabläufe für die Fahrzeuge im Test auf einem Rollenprüfstand fest. Das zugrundegelegte Fahrprofil ist allerdings völlig praxisfern und Automobilhersteller können große Spielräume ausnutzen, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Sie kleben beispielsweise Türschlitze und den Kühlergrill ab, pumpen die Reifen extrem auf und entfernen Seitenspiegel, um den Rollwiderstand zu verringern. Diese Manipulationen führen schließlich zu den realitätsfernen Messwerten.

Typische Optimierungsverfahren der Autohersteller bei Abgas- und Verbrauchstests

Quelle: DIE WELT Infografik
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Service

Fragen und Antworten zum Abgasskandal

Welche Autos sind betroffen? Was müssen Besitzer von betroffenen Fahrzeugen beachten? Was tut der VCD? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

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Verbändekonzept

Vorschlag für ein modernes Typzulassungsverfahren von Pkw

Damit künftig sichergestellt wird, dass gesetzliche Vorgaben zur Reduktion von Luftschadstoff- und Treibhausgasemissionen auch auf der Straße ankommen, schlagen der VCD und die Umweltverbände BUND, Greenpeace, DUH sowie NABU ein modernes Typzulassungsverfahren vor, das vor allem auf die Messung der Realemissionen setzt.

Das Konzept als Download

Weiche Testverfahren unterlaufen Umweltgesetze

Diese »Optimierungen« sind verwerflich, aber im Gegensatz zum Einsatz von Manipulationssoftware in der Bordelektronik leider legal. Wenn keine politischen Maßnahmen ergriffen werden, um diese Schlupflöcher zu schließen, ist bis 2020 mit einem Anstieg der Abweichungen auf bis zu 50 Prozent zu rechnen. Die CO2-Gesetzgebung der EU wird durch die weichen Prüfbedingungen im NEFZ unterlaufen. Das Versprechen der Autoindustrie, alles zu tun, damit Fahrzeuge insgesamt effizienter und sparsamer werden, wird in der Realität verfehlt. Die Manipulationen sind ein Angriff auf die Gesundheit von Menschen und die Umwelt und führen Verbraucher bei ihren erwarteten Spritverbräuchen hinters Licht. Nicht zuletzt entgehen dem Staat wesentliche Einnahmen aus der Kfz-Steuer, seitdem diese zumTeil nach dem CO2-Ausstoß berechnet wird. Bei Neuwagen eines Verkaufsjahres sind das über 200 Millionen Euro pro Jahr.

Kumpanei zwischen Politik und Autoindustrie

In der EU wird ab September 2017 mit dem sogenannten WLTP (weltweit harmonisierte Testprozedur) ein realitätsnäheres Testverfahren mit weniger Messtoleranzen für Autohersteller eingeführt. Bei den Verhandlungen ging  es auch um die Anpassung des CO2-Grenzwertes für 2020 von 95g/km und um die Integration von Messungen im Realverkehr. Dabei versuchte die Autoindustrie, die Einführung zu verschieben. Die deutsche Bundesregierung kam ihr dabei zu Hilfe und setzte sich außerdem dafür ein, einige fragwürdige Praktiken und Toleranzen des aktuellen Testverfahrens NEFZ in das neue Verfahren mitzunehmen. Beispielsweise soll die Korrektur der Messwerte um vier Prozent nach unten möglich bleiben. Ebenso soll es nach Wunsch der Bundesregierung auch in Zukunft zulässig sein, die Batterie vor dem Test voll aufzuladen, um ein verbrauchserhöhendes Nachladen zu unterbinden.

Gefordert sind klare Testbedingungen und eine konsequente CO2-Politik

Der Verkehrsclub Deutschland fordert die Bundesregierung auf, sich klar für die Einhaltung der CO2-Grenzwerte einzusetzen und dafür zu sorgen, dass Schadstoff- und Verbrauchsmessungen ehrliche Werte liefern.

  1. Das realitätsnähere Testverfahren WLTP muss so schnell wie möglich durch  Messungen der Schadstoffemissionen im Realverkehr (Real Driving Emissions - RDE) ergänzt werden.
  2. Die Anpassung des CO2-Grenzwerts für 2020 von 95g/km darf durch Einführung des neuen WLTP nicht durch die Hintertür zu einer Abschwächung führen. Unsaubere Praktiken dürfen nicht in das neue Testverfahren übertragen werden. Die mit der CO2-Gesetzgebung intendierte Minderung des CO2-Ausstoßes von Neuwagen darf nicht nur auf dem Papier, sondern muss auch im realen Fahrbetrieb gelten.
  3. Das Europäische Typprüfgenehmigungsverfahren muss reformiert werden, um unabhängige Messungen sicherzustellen. Der diesbezügliche Vorschlag der EU-Kommission für eine Überarbeitung der Typzulassungsrichtlinie muss gestärkt werden.
  4. Verbindliche Nachprüfungen an zufällig ausgewählten Serienfahrzeugen sind ergänzend zu den ab 2017 erfolgenden Realmessungen der Schadstoffemissionen auch bei CO2 vorzusehen.
  5. Für 2025 muss ein ambitionierter Folgegrenzwert für den CO2-Ausstoß von Neuwagen von 70 g/km beschlossen werden, um die bisherigen Verfehlungen bei der CO2-Minderung zu kompensieren und das EU-Klimaziel für 2030 einhalten zu können.
  6. Der Verstoß gegen Messregularien sollte in ganz Europa als Betrug mit hohen Geldstrafen für die Hersteller und mit strafrechtlichen Konsequenzen für verantwortliche Manager geahndet werden.

Offener Brief an Kanzlerin Merkel

Autos müssen auch in Realität sauber und sparsam sein

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

seit Jahren weisen Umwelt-, Verkehrs- und Verbraucherverbände darauf hin, dass Schadstoff- und Verbrauchswerte bei Pkw in der Realität deutlich von den offiziellen Herstellerangaben abweichen. Eine darauf bezogene behördliche Überprüfung hat in Deutschland bislang offenkundig nicht stattgefunden. Die Folgen sind eine nach wie vor hohe Schadstoffbelastung in der Luft deutscher Städte und eine in der Realität kaum stattfindende Minderung des CO2-Ausstoßes im Bereich des Straßenverkehrs.

Mit den nun aufgedeckten Manipulationen von VW ist der endgültige Beweis erbracht, dass Autohersteller systematisch Umweltvorgaben umgangen und damit Verbraucher betrogen haben. Wir sehen den VW-Konzern nur als Spitze des Eisbergs. Zahlreiche Messungen bei Fahrzeugen ganz verschiedener Hersteller zeigen, dass im Realbetrieb selbst bei modernen Euro 6-Diesel-Pkw die Stickoxid-Grenzwerte um bis zu ein 15-faches überschritten werden. Auch bei Benzinfahrzeugen wurden erhebliche Abweichungen von den geltenden Grenzwerten in Tests nachgewiesen.

Aus diesem Grund fordern wir Sie auf, sich für die umgehende Umsetzung folgender Maßnahmen einzusetzen:

  • Illegale Manipulationen sowie das Ausnutzen von Gesetzeslücken im Rahmen der Typzulassung sind umgehend zu unterbinden. Die angekündigten Nachmessungen dürfen sich nicht allein auf VW und Dieselfahrzeuge beschränken. Fahrzeuge aller Hersteller, egal ob Diesel oder Benziner, müssen im Realbetrieb nachgeprüft werden.
  • Bei signifikanten Abweichungen von geltenden Grenzwerten sind wirksame Sanktionen einzuleiten. Die rechtlichen Möglichkeiten dazu sind durch die EU-Verordnung 715/2007 bereits gegeben. Die Bundesregierung muss die längst überfällige Umsetzung in deutsches Recht rasch einleiten und rechtswidrige Manipulationen als strafbewehrte Tat ahnden.
  • Die Einhaltung von Abgasvorschriften ist künftig nicht mehr durch das Kraftfahrtbundesamt (KBA), sondern durch eine unabhängige Behörde sicherzustellen. Bei Fahrzeugen, die nicht die entsprechenden Grenzwerte erfüllen, sind die Hersteller zur verbindlichen Nacherfüllung zu verpflichten.
  • Für die Durchführung einer Abgas-Feldüberwachung schlagen die Verbände das Umweltbundesamt vor. Die Mittel werden durch eine im Rahmen der Zulassung von Neufahrzeugen erhobenen Gebühr (1 € pro Zulassung) aufgebracht.
  • Die Daten aller Messungen sind unverzüglich nach Erhebung öffentlich zugänglich zu machen.

Auf EU-Ebene werden derzeit wichtige Instrumente verhandelt, die zu einer wesentlichen Verbesserung der gegenwärtigen Praxis führen können. Dazu gehört insbesondere die Einführung von Straßentests, bei denen die realen Fahrzeugemissionen (RDE – Real Driving Emissions) gemessen werden. Die EU-Kommission hat hierzu vergangene Woche einen Vorschlag vorgelegt, der die Einführung von RDE-Messungen ab spätestens 2017 vorsieht. Straßenmessungen unter realen Fahrbedingungen sind nach unserer Ansicht ein zentrales Instrument, um den tatsächlichen Schadstoffausstoß von Fahrzeugen zu kontrollieren und auffällige Abweichungen zu identifizieren, die möglicherweise ein Indikator für illegale Abschaltvorrichtungen sind.

Für die Verhandlungen in Brüssel fordern die Verbände die Bundesregierung auf:

  1. Unterstützen Sie den aktuellen Vorschlag der EU-Kommission zur Einführung von RDE-Messungen, die sofort beginnen sollten. Allerdings muss – anders als im Vorschlag der EU-Kommission vorgesehen – sichergestellt werden, dass die geltenden Schadstoffgrenzwerte künftig eins zu eins in der Realität eingehalten werden.
  2. Auch CO2-Emissionen werden im Rahmen der RDE-Messungen erfasst. Diese Ergebnisse müssen ebenfalls veröffentlicht werden und in die Bewertung im Rahmen der Zulassung eingehen. Die so ermittelten Werte sind dann zeitnah als Basis für eine transparente Verbraucherinformation und CO2-basierte Kraftfahrzeugsteuern zu nutzen.

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, jetzt besteht die Chance, mit den richtigen Weichenstellungen dafür zu sorgen, dass Autos künftig auch in der Realität das halten, was per Gesetz zum Schutz des Klimas und der menschlichen Gesundheit vorgegeben wurde. Es ist in Ihrer Verantwortung, zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger jeder Verschiebung und Aufweichung der Verfahren entgegenzuwirken.

Mit freundlichen Grüßen

Leif Miller, Bundesgeschäftsführer NABU
Antje von Brook, Stv. Bundesgeschäftsführerin BUND
Brigitte Behrens, Geschäftsführerin Greenpeace Deutschland
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer DUH
Michael Ziesak, VCD-Bundesvorsitzender 

Michael Müller-Görnert

Referent für Verkehrspolitik
Fon 030/28 03 51-19
michael.mueller-goernert@vcd.org

Michael Müller-Görnert

Infoportal Luftreinhaltung

VW und Co. setzen sich über die gesetzlichen Grenzwerte beim Abgasausstoß hinweg und spielen mit unserer Gesundheit. Dieselruß und Stickoxide belasten nicht nur das Klima, sondern können Allergien, gefährliche Atemwegserkrankungen und sogar Krebs hervorrufen. Auf dem »Clean Air Infoportal« finden Sie sämtliche Informationen zu dem Thema Schadstoffe und Luftreinhaltung.

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Hintergrundinformationen

Quelle: Audi AG

Gewicht contra Effizienz

Frustrierend und brisant sind die realitätsfernen Verbrauchsangaben der Hersteller, um den CO2-Grenzwerten gerecht zu werden, auch, weil ein anderer günstiger Weg längst möglich wäre: Reduktion des Gewichts und der Motorleistung. »mehr