2017: Bahn als Zugpferd der Verkehrswende

2017: Entschlossene Politik für mehr Schienenverkehr

Der VCD hat gemeinsam mit sieben Verbänden der deutschen Eisenbahnbranche drei Kernforderungen zur Bundestagswahl 2017 und für die kommende Legislaturperiode vorgelegt. Zusammen mit den politischen Entscheidern im Bund und in den Ländern wollen wir uns für die Einführung des Deutschland-Takts, für die Halbierung der Schienenmaut und für die Förderung von Innovationen im Schienenverkehr einsetzen.

Kernforderungen des VCD und der Bahnverbände
Broschüre: Kernforderungen des VCD und der Bahnverbände

Der Eisenbahnsektor will sich durch Leistung, Qualität und Innovationen selbstbewusst dem Wettbewerb der Verkehrsträger stellen und seinen Marktanteil deutlich steigern. Um dies tun zu können, fordern die Branchenvertreter von der Politik entschlossene und konsequente Entscheidungen für den ökologisch und ökonomisch effizienten Verkehr auf der Schiene. Der Schienenverkehr braucht faire Rahmenbedingungen im Wettbewerb zu anderen Verkehrsträgern, eine ausreichende Finanzierung des Systems Schiene und ein nachhaltiges politisches Engagement für Forschung und Entwicklung.

Die globalen klima- und umweltpolitischen Herausforderungen, auf die Deutschland sich zuletzt durch den Klimaschutzplan der Bundesregierung richtigerweise verpflichtet hat, erfordern eine konsequente Politik der Verkehrswende. Dafür ist schnelles und deutliches politisches Handeln zugunsten eines effizienten und umweltfreundlichen Schienenverkehrs unumgänglich.

Deutschland-Takt

Nahverkehr, Fernverkehr, Bahn und Bus – deutschlandweit kombiniert mit guten Reise- und Umsteigemöglichkeiten ohne lange Wartezeiten und mit sicher erreichbaren Anschlüssen auch in den ländlichen Regionen. Mit dem Deutschland-Takt gewinnt Bahnfahren eine neue Qualität: einfach für jedermann, flächendeckend, jede Stunde, immer zur selben Minute.

Halbierung der Schienenmaut

Im Gegensatz zum  Straßenverkehr wird auf der Schiene überall und im vollen Umfang Schienenmaut gezahlt. Um im Wettbewerb mit den anderen Verkehrsträgern bestehen zu können, braucht der Schienensektor verbesserte Rahmenbedingungen. Deshalb halten wir eine Halbierung der Trassenpreise für unumgänglich. Der Schienenpersonennahverkehr kann dadurch sein Angebot für Bürgerinnen und Bürger kontinuierlich ausbauen. Im Güterverkehr steigt die Wettbewerbsfähigkeit der Bahnen erheblich gegenüber dem Lkw.

Förderung von Innovationen im Schienenverkehr

Der digitale Schienenverkehr wird die Bahn noch klimaschonender und noch komfortabler machen. Klar im Vordergrund steht der Kundennutzen. Die Vielfalt der digitalen Technologien schafft heute bereits neue Dimensionen des Bahnfahrens, von der individualisierten Auskunft über nahtlose Reiseketten bis hin zu WLAN-Diensten. Automatisiertes Fahren auf der Schiene führt zu dichterer Zugfolge und damit bis zu 40 Prozent höherer Streckenauslastung. Die Schieneninfrastruktur muss digitalisiert werden. Beim Einsatz der europäischen Leit- und Sicherungstechnik ETCS liegt Deutschland zurück.

VCD im Schulterschluss mit Bahnverbänden

Quelle: Markus Bachmann photographyAbgeordnete aller Fraktion diskutieren über die Verbände-Forderungen
Im Bild Anton Hofreiter (Grüne) und Michael Donth (CDU)
Quelle: Markus Bachmann photographyBundesvorsitzender Wasilis von Rauch macht die Position des VCD deutlich
Quelle: Markus Bachmann photographyDie acht Verbände laden zu parlamentarischen Abenden
 

Der VCD richtet seine Forderungen für mehr Schienenverkehr, im Schulterschluss mit sieben Bahnverbänden, an die Bundespolitik. Gemeinsam diskutieren die Verbände auf einer Reihe von parlamentarischen Abenden in Berlin mit den Mitgliedern des Bundestages über notwendige Schritte und Maßnahmen, um die Eisenbahn nachhaltig zu stärken.

Mit der anstehenden deutlichen Absenkung der Trassenpreise für den Schienengüterverkehr ab 2018, konnten bereits deutliche Erfolge erzielt werden. Die Parlamentarier zeigten parteiübergreifend Einigkeit bei der Frage weiterer Trassenpreissenkungen auch im Personenverkehr.

Auch der Deutschland-Takt ist in den Politik-Spitzen angekommen. Erstmals lässt das Bundesverkehrsministerium aktuell ein deutschlandweites Konzept erarbeiten. VCD-Bundesvorsitzender Wasilis von Rauch begrüßte die mittlerweile breite Zustimmung zum Deutschland-Takt, machte aber deutlich, dass ein bloßes Bekenntnis nicht ausreiche:

"Der Deutschland-Takt muss die Basis des künftigen Netzausbaus sein. Wir müssen bereits jetzt Kapazitäten für deutlich mehr Verkehr auf der Schiene einplanen und benötigen endlich eine klare poltische Zielstellung für den Beitrag des Eisenbahnverkehrs zur Verkehrswende."

Philipp Kosok

Referent für Verkehrspolitik, Bahn/Öffentlicher Verkehr; Projektleitung »Multimodal unterwegs«
beim VCD
Fon 030/28 03 51-36
philipp.kosok@vcd.org