Deutschland-Takt

Immer gut verbunden

Jede Stunde - zur gleichen Minute, deutschlandweit! Menschen fahren häufiger mit dem Zug, wenn das Angebot stimmt. Ein wesentlicher Baustein dafür ist die intelligente und abgestimmte Verknüpfung der Verbindungen, der Deutschland-Takt.

Bahnhofsuhr
Quelle: fotoresultate/fotolia

Mehr Verkehr auf die Schiene! Doch  bis heute fehlt ein Konzept, wie dieses Ziel erreicht werden soll. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass die Menschen häufiger mit dem Zug fahren, wenn das Angebot stimmt. In allen Bundesländern sind integrale Taktfahrpläne für den Schienenpersonennahverkehr bereits erfolgreich eingeführt . Sie haben wesentlich zu den stark gestiegenen Fahrgastzahlen im Nahverkehr beigetragen. Das kann mit einem integralem Taktfahrplan für den Nah- und den Fernverkehr, dem Deutschland-Takt, auch bundesweit gelingen.

Deutschland-Takt kurz erklärt

Züge fahren jede Stunde, in jede Richtung, zur selben Minute – das schafft mehr Mobilität für mehr Menschen. So kommen Fahrgäste mit dem Deutschland-Takt einfacher, bequemer und schneller an ihr Ziel. Und das nicht nur zwischen den Metropolen, sondern in ganz Deutschland. Wie das geht? Mit einem Integrierten Taktfahrplan.

Taktfahrplan

Jede Stunde zur selben Minute: Alle Fernzüge fahren in einem Takt von 60 oder 30 Minuten. Der Fahrplan lässt sich so leicht merken, ist zuverlässig und planbar.

VCD

Integriert

Fahrpläne aller Linien sind aufeinander abgestimmt: In Knotenbahnhöfen treffen sich die Züge jede Stunde zur selben Minute. Die Züge halten gemeinsam einige Minuten und ermöglichen einen bequemen Umstieg. Lange Wartezeiten gehören der Vergangenheit an.

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Jede Stunde – Jede Richtung – nicht nur auf der Schiene

Steht einmal der Fahrplan auf der Schiene fest, lassen sich selbst die entferntesten Regionalbuslinien mit dem Bahnverkehr abstimmen. So wächst der gesamte öffentliche Verkehr zu einem System zusammen.

Steht einmal der Fahrplan auf der Schiene fest, lassen sich selbst die entferntesten Regionalbuslinien mit dem Bahnverkehr abstimmen. So wächst der gesamte öffentliche Verkehr zu einem System zusammen.
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Die Wende im Infrastrukturausbau

Erst der Fahrplan, dann der Bauplan

Der Deutschland-Takt macht Schluss mit kostspieligen und fragwürdigen Prestigeprojekten. Er kehrt die Logik von Streckenneubau und Fahrplan um. Erst wird ein Zielfahrplan erstellt, der mehr Bahn für ganz Deutschland bietet und auf die Erfordernisse einer echten Verkehrswende eingeht.

Anschließend wird das Schienennetz so ausgebaut, wie es für den gewünschten Fahrplan notwendig ist. Durch eine integrierte Planung profitieren alle Menschen. So kann der Fernverkehr schnell die unterschiedlichen Ecken Deutschlands verbinden, ohne auf langsame Nahverkehrszüge aufzulaufen. Die Regionalzüge haben in den Knotenbahnhöfen direkte Anschlüsse untereinander und zum Fernverkehr. Der Güter- und der Personenverkehr werden so aufeinander abgestimmt, dass diese sich nicht mehr im Weg stehen.

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Die Basis für den Deutschland-Takt ist das bestehende Schienennetz. Allerdings braucht es Veränderung und Anpassung. Oft reichen kleine Maßnahmen. Gebaut wird, was allen Fahrgästen nutzt - selbst wenn es nur ein unspektakulärer Lückenschluss oder ein zusätzliches Gleis ist. Wenn doch große Beträge für die letzten drei Minuten investiert werden müssen, schlägt sich das in verbesserten Anschlüssen nieder.

Die lange Fahrt zum Deutschland-Takt

1982

In der Schweiz wird der landesweite integrale Taktfahrplan eingeführt. Das Land ist Vorbild für den Deutschland-Takt. Heute fahren die Schweizer doppelt so häufig mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie die Deutschen.

1987

Die Schweiz beschließt das Projekt »Bahn 2000«. Das  Netz soll für ein optimiertes Taktangebot ausgebaut werden

ab 1994

Viele Bundesländer und Verkehrsverbünde setzen regionale Konzepte des integralen Taktfahrplans um. Häufig hakt es an den Übergängen zwischen den unterschiedlichen Taktsystemen.

2004

Die Schweiz hat das integrale Taktangebot im Fernverkehr auf einen Halbstundentakt verdichtet.

2008

Der VCD gründet gemeinsam mit befreundeten Verbänden die »Initiative Deutschland-Takt«.

2015

Eine Studie des Bundesverkehrsministeriums kommt zu dem Schluss: Ein Deutschland-Takt ist möglich. Er wird die Umsteigemöglichkeiten verbessern und die Reisezeit insgesamt verkürzen.

2017

Der Zielfahrplan 2030 wird veröffentlicht.

Deutschland-Tarif

Spätestens mit der Einführung des Deutschland-Takts muss auch ein deutschlandweit einheitlicher Tarif gelten, der Deutschland-Tarif. Er ersetzt alle anderen Tarife, auch den Verbundtarif, und ist ausschließlich von der Länge der Reisestrecke abhängig. Fahrscheine des Deutschland-Tarifs gelten in allen Zügen des Nah- und Fernverkehrs. Für Fahrten mit Fernzügen wird ein Aufpreis fällig, der problemlos und ohne Bordzuschlag im Zug bezahlt werden kann. Zur besseren Auslastung der Bahnen kann zusätzlich ein verbilligter Tarif angeboten werden, z.B. im Nahverkehr generell ab 9:00 Uhr und für einzelne Plätze in Zügen des Fernverkehrs.

Philipp Kosok

Referent für Verkehrspolitik
Bahn / ÖPNV
Fon 030/28 03 51-36
philipp.kosok@vcd.org
Twitter @PhilippKosok