Deutschland-Takt

Jede Stunde - zur gleichen Minute deutschlandweit

Menschen fahren häufiger mit dem Zug, wenn das Angebot stimmt. Ein wesentlicher Baustein dafür ist die intelligente und abgestimmte Verknüpfung der Verbindungen. Der Schlüssel dazu heißt: Deutschland-Takt.

Bahnhofsuhr
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Mehr Bahn für Deutschland

Es ist politischer Konsens, dass mehr Verkehr auf die Schiene gehört. Anders lassen sich die Herausforderungen wie der wachsende Verkehr, Energiewende und demografischer Wandel nicht bewältigen. Bis heute fehlt aber ein Konzept, wie dieses Ziel erreicht werden soll.

Auch die Bahnreform von 1994 hatte die Verkehrsverlagerung auf die Schiene zum Ziel. Es wurde bis heute nicht erreicht. So liegt der Anteil des Schienengüterverkehrs am Modal Split nur bei gleichbleienden 17 Prozent. Im Personenverkehr ist er noch geringer. Sein Anteil liegt seit Jahren unter 10 Prozent, trotz Investitionen in Milliardenhöhe in die Schieneninfrastruktur. Lediglich der Schienenpersonennahverkehr kann Erfolge aufweisen.

Deutschland-Takt

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass die Menschen häufiger mit dem Zug fahren, wenn das Angebot stimmt. In allen Bundesländern sind integrale Taktfahrpläne für den Schienenpersonennahverkehr bereits erfolgreich eingeführt worden. Sie haben wesentlich zu den stark gestiegenen Fahrgastzahlen im Nahverkehr beigetragen. Das kann mit einem integralem Taktfahrplan für den Nah- und den Fernverkehr, dem Deutschland-Takt, bundesweit gelingen.

Ziel des Deutschland-Takts ist eine Fahrplanoptimierung durch einen bundesweiten integralen Taktfahrplan (ITF). Dieser beinhaltet zwei Aspekte: die Züge sollen regelmäßig im Stunden- oder Halbstundentakt verkehren und gleichzeitig so verknüpft sein, dass sie unabhängig von der Fahrtrichtung an wichtigen Knotenbahnhöfen immer zur annähernd gleichen Zeit eintreffen und wieder abfahren. Dadurch entstehen häufigere und schnellere Verbindungen mit optimalen Umsteigemöglichkeiten. Vom ICE über die Regionalbahn bis hin zum Bus entstehen so in der Fläche verlässliche Reiseketten.
Voraussetzung dafür ist, dass die Zugangebote der verschiedenen Anbieter im Nah- und Fernverkehr vorausschauend koordiniert werden. Ebenso wichtig ist, dass Planung und Ausbau des Schienennetzes entsprechend angepasst werden. Das heißt, dass erst ein Fahrplan erstellt und auf dieser Grundlage die Infrastruktur ausgebaut wird, nicht umgekehrt.

Deutschland-Tarif

Spätestens mit der Einführung des Deutschland-Takts muss auch ein deutschlandweit einheitlicher Tarif gelten, der Deutschland-Tarif. Er ersetzt alle anderen Tarife, auch den Verbundtarif, und ist ausschließlich von der Länge der Reisestrecke abhängig. Fahrscheine des Deutschland-Tarifs gelten in allen Zügen des Nah- und Fernverkehrs. Für Fahrten mit Fernzügen wird ein Aufpreis fällig, der problemlos und ohne Bordzuschlag im Zug bezahlt werden kann. Zur besseren Auslastung der Bahnen kann zusätzlich ein verbilligter Tarif angeboten werden, z.B. im Nahverkehr generell ab 9:00 Uhr und für einzelne Plätze in Zügen des Fernverkehrs.

Die BahnCards werden zu unternehmensübergreifenden Karten und gelten in allen öffentlichen Verkehrsmitteln.Der VCD hat 2007 gemeinsam mit anderen Partnern die Initiative »Deutschland-Takt« gegründet.

Philipp Kosok

Referent für Verkehrspolitik, Bahn/Öffentlicher Verkehr; Projektleitung »Multimodal unterwegs«
beim VCD
Fon 030/28 03 51-36
philipp.kosok@vcd.org