Ergebnisse Lübbecke

Ein Herz für den ZOB

Der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) erhielt im Fußverkehrscheck zur Haltestelle des VCD Minden-Lübbecke-Herford eine besonders gute Bewertung. Mit einem großen roten Herz wurde verdeutlicht, dass er hohe Aufenthaltsqualität, Sicherheit und Barrierefreiheit für Fahrgäste bietet.

Vom ZOB in die Innenstadt

Fußgänger*innen gehen häufig vom Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) aus in die Lübbecker Innenstadt. Der Check ergab die Note gut (74%) für den Weg. Die Haltestelle ZOB schnitt besonders gut ab. Die Gründe dafür sind:

  • hohe Barrierefreiheit (abgesenkte Bordsteine, gute Bodenbeschaffenheit, taktiles Bodenleitsystem)
  • hohes Sicherheitsempfinden (Nähe zur Fußgängerzone, Beleuchtung)
  • Trennung vom Straßenverkehr
  • hoher Komfort (Sitzplätze, Wartehäuschen, Sauberkeit der Haltestelle)
  • Haltestelle und Weg sind frei von falschparkenden Fahrzeugen

Nur in Sachen Information der Fahrgäste und Gehwegbreite fielen einige Merkmale weniger gut aus.

  • ein Stadt- und Umgebungsplan fehlt
  • Orientierungssystem für Fußgänger*innen (Schilder) fehlt
  • Der Gehweg zwischen ZOB und Fußgängerzone ist zu schmal.

Der ZOB wurde u.a. deshalb überprüft, da die Stadt Lübbecke plant (Stand: 07/19), ihn mit der Neugestaltung des Westertors an den Niederwall zu verlegen. Auf der bisherigen Fläche des ZOB sollen Parkplätze entstehen. Eine Verlegung würde dazu führen, dass eine stark befahrene Hauptstraße überquert werden muss – auch beim Umsteigen. Zusätzliche Überquerungen der Straße stellen grundsätzlich insbesondere für Schülerinnen und Schüler eine weitere Hürde und potentielle Gefahrenquelle dar. Die derzeitige Infrastruktur erfüllt die Bedürfnisse der Fahrgäste bereits gut, was sie erhaltenswert macht.

Regionalbahnhof Lübbecke (Westf.) sehr gut, jedoch mit langem Umweg ins nördliche Wohnviertel

Die zweite geprüfte Haltestelle für den Regionalverkehr ist arm an Barrieren und bietet Fahrgästen genügend Information und Orientierung. Besonders hervorzuheben sind:

  • digitale Abfahrtsanzeige am Bahnsteig
  • Umgebungsplan zur Orientierung
  • umfassende Tarifinformationen an der Haltestelle
  • Beleuchtung und Trennung vom fließenden Straßenverkehr sorgen für Sicherheit

Der Regionalbahnhof Lübbecke (Westf.) bietet schon jetzt eine hohe Aufenthaltsqualität. Er ließe sich gut zu einer Mobilitätsstation aufwerten, um eine noch bessere Note zu erzielen.

Der VCD-Fußverkehrscheck ergab auch: Anwohner*innen, die im nördlichen Bereich des Bahnhofs wohnen, müssen einen sehr langen Umweg zum Bahnübergang der Gleise zurücklegen, da direkt an der Haltestelle ein Fußgängerübergang fehlt. An diesem Umweg ist zu kritisieren:

  • hohe Lautstärke
  • starker Abgasgeruch
  • keine Verweil- oder Unterstellmöglichkeiten für Fußgänger*innen bei Regen
  • keine Schilder, die auf den Bahnhof oder auf die Innenstadt hinweisen
  • keine Trennung von Rad- und Gehweg

Ergebnisse des Checks

Uwe Hartmeier

Sprecher für den VCD Lübbecke
VCD Minden-Lübbecke-Herford
u.hartmeier@tonline.de

Raum- und Verkehrsdaten

Einwohner*innen: 25.500 [2018]

Fläche: 65 km2

Aufgabenträger für die Kreise Minden-Lübbecke und Herford: Minden-Herforder Verkehrsgesellschaft (mhv)

Aufgabenträger Ostwestfalen: mbH VerkehrsVerbund OstWestfalenLippe (VVOWL)

Diese Wege haben wir getestet

Lübbecke: Vom ZOB in die Innenstadt (Lange Straße, 150m)

Strecke: 64 % (befriedigend)

Haltestelle ZOB: 84 % (sehr gut)

Gesamtbewertung: 74 % (gut)

Lübbecke: Vom Bahnhof Lübbecke (Westf.) bis zum Bahnübergang Alswerder Straße

Strecke: 46 % (mangelhaft)

Querung: 64 % (befriedigend)

Haltestelle Bahnhof Lübbecke (Westf.): 82 % (sehr gut)

Gesamtbewertung: 64 % (befriedigend)