IAA 2015: Autonomes Fahren und neue SUV-Modelle
»Mobilität verbindet« so das Motto der diesjährigen Internationale Automobil-Ausstellung (IAA), mit dem klaren Fokus auf neueste Technologien und Lösungen rund um das vernetzte Auto, das autonome Fahren sowie ein wenig mehr Raum für Konzepte, die neuen Mobilitätsbedürfnissen Rechnung tragen. Mit ersterem scheinen die deutschen Autohersteller ein neues Innovationsfeld besetzen zu können, um Autos wertiger und moderner darzustellen. Doch was bringt die Digitalisierung für das eigentliche Autofahren?
„Wenn es mehr ist als Infotainment und darüber ein entscheidender Beitrag für mehr Sicherheit geleistet werden kann, dann sehen wir eine positive Entwicklung“, so Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des ökologischen Verkehrsclub VCD. „Doch gleichzeitig steht der SUV-Boom im Widerspruch zum Leitbild Sicherheit. Es besteht die Gefahr, dass die Digitalisierung mehr dazu genutzt wird, lediglich den Komfort zu erhöhen, statt konsequent auf mehr Sicherheit zu setzen. Wir werden genau hinschauen müssen, ob die Hersteller den Spagat zwischen Sicherheit und der Lust am Rasen meistern.“
Dann gibt es auf der IAA die Elektromobilität, die bei Politik und Industrie zunächst auf das E-Auto beschränkt bleibt. Eine Million Elektrofahrzeuge sollten bis 2020 auf deutschen Straßen rollen, vorrangig aus deutscher Produktion. Das Credo lautet immerhin, Leitanbieter sein. Doch es hapert, sei es an batteriebetrieben und teilelektrischen Autos oder weiteren alternativen Antrieben wie Vollhybriden und Erdgasautos. Allzu oft verweisen Hersteller auf die zu geringe Nachfrage bei Verbrauchern. Für den VCD steht jedoch fest: „Die Modellentwicklung in der deutschen Autoindustrie leidet unter dem physikalischen Gesetz: Gewicht contra Effizienz“, so Michael Müller-Görnert, Referent für Verkehrspolitik beim VCD. Hemmend für den Umweltschutz sind zudem die enormen Aufpreise auf Effizienztechnologien sowie die viel zu schwachen politischen Anreize. Dies unterstreicht auch das in der letzten Woche von BUND und VCD vorgestellte Gutachten zur Modellentwicklung in der deutschen Autoindustrie.
Müller-Görnert:„Die zu laschen Emissionsvorgaben üben keinen Druck auf die Autoindustrie aus, um verstärkt alternative Fahrzeugantriebe auf den Markt und die Straßen zu bringen. Dass die deutsche Politik umsteuert, ist überfällig. Wenn Angela Merkel über die Messe schreitet, sollte sie VDA-Chef Wissmann an den Klimabeschluss des G7-Gipfels von Elmau erinnern.“
Noch immer wirbt die deutsche Autoindustrie massiv und erfolgreich für SUVs sowie Limousinen mit reichhaltiger Ausstattung, die ein trügerisches Gefühl von Sicherheit vermitteln und für reichlich Umsatz sorgen. Doch diese Fahrzeuge sind nicht zukunftsfähig, sie verbrauchen zu viel und werden nur für den Spaß am Rasen verkauft. Das steht im Widerspruch zu vernünftigen technischen Lösungen.
„Die Hersteller müssen endlich sparsame, emissionsarme Autos über die gesamte Flotte hinweg anbieten. Die Digitalisierung sollte dabei konzentriert zur Erhöhung von Sicherheit und Effizienz beitragen, und nicht zur Umsatzsteigerung“, so Gerd Lottsiepen.
VCD-Ansprechpartner auf der IAA vom 15. bis 17. September 2015:
Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD • <link>gerd.lottsiepen@vcd.org
Michael Müller-Görnert, Referent für Verkehrspolitik • <link>michael.mueller-goernert@vcd.org
Für Rückfragen und Koordinierung Interviews:
Anja Smetanin, VCD-Pressesprecherin • Tel.: 030/280351-12 • Fax -10 • <link>presse@vcd.org
VCD Auto-Umweltliste 2015: <link themen auto-umwelt vcd-auto-umweltliste>www.vcd.org/themen/auto-umwelt/vcd-auto-umweltliste/
VCD/BUND-Gutachten: <link https: www.vcd.org themen wie-die-deutsche-autoindustrie-den-klimaschutz-ignoriert internal link in new>www.vcd.org/themen/wie-die-deutsche-autoindustrie-den-klimaschutz-ignoriert/
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