Tag der Verkehrssicherheit: Handlungsbedarf bleibt

Bundesregierung muss hohe Unfallgefahr für Fußgänger und Fahrradfahrende ernst nehmen und mit gezielten Maßnahmen senken

Die Gesamtzahl der Verunglückten im Verkehr hat in den letzten Jahren zwar merklich abgenommen, in vielen Städten Deutschlands gibt es jedoch weiterhin großen Handlungsbedarf, darauf verweist der ökologische Verkehrsclub VCD im Vorfeld des Tages der Verkehrssicherheit. Besonders ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Fahrradfahrende sind überproportional gefährdet – das verdeutlicht unter anderem der VCD-Städtecheck. Auch das Statistische Bundesamt zeigt in der Langzeitstatistik, dass bei der Zahl der verunglückten Radler in den vergangenen zehn Jahren keine konstante Abnahme erzielt werden konnte. Ganz im Gegenteil, das Unfallrisiko für Radfahrende steigt, das liegt zum einen am steigenden Anteil der Radfahrenden im städtischen Verkehr, zum anderen aber auch an zu hohen Geschwindigkeiten.

„Radfahrende haben keinen Airbag“ – das ist die Botschaft des ökologischen Verkehrsclub VCD, insbesondere an die Verkehrspolitiker. Sie sind aufgefordert, die wirklichen Baustellen zur Erhöhung der Radverkehrssicherheit anzupacken.

Anja Hänel, Referentin für Verkehrssicherheit beim VCD: „Erst gestern hat der Bundesgerichtshof die Diskussion über eine Helmpflicht zurecht vom Tisch genommen. Die Debatte über wirksame Maßnahmen zur Verkehrssicherheit kann und muss nun weiter geführt werden. Dazu gehört eine Änderung der bestehenden Straßenverkehrsordnung (StVO), die Kommunen mehr Rechte einräumt, die Basisgeschwindigkeit innerorts zu reduzieren. Diese Änderung ist eine wichtige Voraussetzung und liegt in der Verantwortung der deutschen Regierung.“

Allein durch die Reduzierung der Basisgeschwindigkeit von 50 auf 30 Stundenkilometer erhöht sich die Überlebenschance für einen angefahrenen Fußgänger von zehn bis 20 Prozent auf über 90 Prozent. Tempo 30 als Basisgeschwindigkeit innerorts würde zudem einen Großteil der Unfälle, die heute noch entstehen, verhindern, da sich der Anhalteweg bei Tempo 50 um mehr als die Hälfte reduzieret. Ein Auto, dass bei Tempo 50 nach 13 Metern noch ungebremst auf eine Person trifft, käme bei Tempo 30 schon zum stehen. Für Städte ist Tempo 30 deshalb die zentrale Maßnahme, um die Verkehrssicherheit innerhalb geschlossener Ortschaften zu erhöhen.

Ingolf Hetzel, Mitglied im VCD-Bundesvorstand: „Der VCD fordert die deutsche Regierung vehement auf, die klaren Argumente für Tempo 30 als Basisgeschwindigkeit anzuerkennen. Tempo 30 hat Vorteile nicht nur für die Verkehrssicherheit, es minimiert zudem den Straßenlärm und macht Städte und Dörfer wieder menschenfreundlicher. Deshalb gehört es auf die Tagesagenda.“

Tempo 30 können Bürgerinnen und Bürger mit der Einsendung eines eigenen Fotos unterstützen. Zeigen Sie, wo Sie Tempo 30 brauchen auf <link http: tempo30.vcd.org aktionen.html>tempo30.vcd.org/aktionen.html

Das VCD-Foto „Radfahrende haben keinen Airbag“ zum <link aktionsbilder.html>Download.

Weiteres zum Thema Verkehrssicherheit auf <link verkehrssicherheit.html>www.vcd.org/verkehrssicherheit.html

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