Wann gibt es Sparpreise

Wann gibt es Sparpreise? Wir haben Antworten.

Ganze 57 Prozent der Teilnehmer*innen am VCD Bahntest geben an, zuletzt mit einem Sparpreis-Ticket gereist zu sein. Das macht deutlich, wie stark das Rabattsystem die Preise bestimmt. Die genaue Verfügbarkeit dieser preiswerten Tickets mit Zugbindung blieb bisher das Betriebsgeheimnis der Deutschen Bahn. Fahrgäste konnten nicht wissen, welche Chancen sie haben, ein solches Tickets zu erzielen. Um Licht ins Dunkel zu bringen, hat das Institut Quotas im Auftrag des VCD die Preise von mehr als 1.000 Fernverkehrsfahrten zu verschiedenen Zeitpunkten abgefragt.

Frühzeitig buchen lohnt sich

Tickets lassen sich bis zu sechs Monaten vor der Reise buchen. Die Untersuchung zeigt: Ein Monat vor der Reise ist für nahezu alle Fahrten ein Sparpreis (einschließlich SuperSparpreis) verfügbar. Die Verfügbarkeit auf einzelnen Verbindungen schwankt stets leicht, da die Anzahl der Sparpreise keinem festen Kontingent entspricht. Die DB schaltet im Laufe der sechs Monate immer wieder neue Sparpreis-Tickets frei. Selbst unmittelbar vor der Reise sind noch für die Mehrheit der Fahrten günstige Tickets erhältlich.

Fahrgäste, die frühzeitig planen können, sollten nicht unnötig damit warten, Tickets zu buchen - auch wenn noch lange bis Fahrtantritt günstige Tickets verfügbar sind. Denn der gewährte Rabatt auf den Flexpreis sinkt mit der Zeit. Sparpreise, die bis zwei Wochen vor der Abfahrt gekauft werden, geben durchschnittlich über 50 Prozent Rabatt. Am Vortag der Reise ist der Rabatt bereits auf durchschnittlich 33 Prozent geschrumpft.

An Freitagen und Sonntagen ist es teurer

Bei allen Angaben der Erhebung handelt es sich um Mittelwerte aus den mehr als 1.000 abgefragten Verbindungen. Die Verfügbarkeit von Tickets schwankt regional, aber auch an verschiedenen Wochentagen und Tageszeiten. An einem Freitag oder Sonntag werden deutlich weniger Sparpreise angeboten bzw. der Rabatt fällt kleiner aus. An diesen Tagen nutzen deutlich mehr Menschen den Fernverkehr. Dennoch sind Fahrten frühmorgens und ab 20 Uhr günstiger zu haben. Eine Alternative für alle, die mehr auf das Geld als die Tageszeit achten müssen. So zeigten sich im Erhebungszeitraum teilweise abends preiswertere Verbindungen, die normalerweise 143 Euro gekostet hätten. Bis eine Woche vor dem Reisetag waren Verbindungen aber auch zu 29,90 Euro, also nahezu 80 Prozent günstiger, zu haben. Zusammenfassend kann man sagen: Der prozentuale Rabatt fällt auf langen Distanzen tendenziell etwas größer aus.

Auch der Flexpreis ist nicht immer der gleiche

Die Preisabfrage zeigte ebenfalls, dass auch der Flexpreis innerhalb einer Strecke nicht an jedem Wochentag der gleiche ist. Zum Fahrplanwechsel 2017/18 führte die DB das Prinzip des sogenannten differenzierten Flexpreis ein. In der Untersuchung konnte jedoch keine klare Regel identifiziert werden, nach der der Preis variiert. Häufig liegt er freitags und sonntags rund fünf Prozent höher als in der Zeit von Montag bis Donnerstag. Samstags finden sich sowohl höhere als auch niedrigere Flexpreise und stets gibt es Ausnahmen von dieser Faustregel. Der Preisunterschied zwischen den einzelnen Wochentagen ist für Fahrgäste kaum nachvollziehbar. Zumal durch die Einführung des Prinzips ein Flexpreisticket nur noch am zuvor festgelegten Reisetag eingesetzt werden kann. Zuvor konnten sich Fahrgäste auch spontan noch für den Folgetag entscheiden.

Die erhobenen Sparpreis-Daten sind Basis des VCD Bahncard-Rechners. Er ist das erste Tool, das einen individuellen Vergleich der verschieden Bahncards ermöglicht und dabei auch Frühbucherverhalten berücksichtigt.

Philipp Kosok

Sprecher für Bahn, ÖPNV und Multimodialität
Fon 030/28 03 51-36
philipp.kosok@vcd.org
Twitter @PhilippKosok

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